Humor und Gegenwind - Bibel-Blog
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Humor und Gegenwind


Montag, 27. August 2012

Humor und Gegenwind

"Humor ist die Fähigkeit im Leben, mit Gegenwind zu segeln", sagte mal ein deutscher Kabarettist. Ist das wirklich wahr? Richtiger erscheint mir, dass ein Mensch mit Humor den Gegenwind, den er innerlich nicht erträgt, zu überspielen versucht, vielleicht auch mit Zynismus. Aber Gegenwind werden wir letztlich nur dann ertragen können, wenn wir demütig und sanftmütig sind. Der Herr Jesus ist das vollkommene Vorbild (Matthäus 11,29). Das war eine Situation mit massivem Gegenwind. Nur wenn wir Ihm darin nachfolgen, werden wir auch Widerstand überwinden können, ohne zu resignieren oder uns zu überheben.

Manuel Seibel

4 Kommentare to “Humor und Gegenwind”

  1. dani schreibt:

    Ich stimme der Überlegung zu, dass Humor nur als oberflächliches Mittel gegen Gegenwind gewertet werden kann. Aber Humor muss gar nicht zwingend mit Gegenwind einhergehen. Eine Frage, die mich immer wieder beschäftigt hat:
     
    Wie gehen wir Christen in unserem eigenen Leben als Zeugen Christi mit Humor um?
     
    Einerseits kennen wir das traurige Beispiel Lots, der von seinen Schwiegersöhnen anscheinend nicht (mehr) ernstgenommen wurde. Die übermässige Gewohnheit, als Scherzkeks aufzutreten, ist Gott gewiss nicht wohlgefällig. Auch beim Herrn finden wir nirgendswo, dass er einen Witz erzählt hätte. Daraus kann man natürlich nicht den Umkehrschluss ziehen, dass die Jünger in des Herrn Gemeinschaft nie gelacht hätten.
     
    Nach meiner Einschätzung finden wir im Wort eher wenige Hinweise. Wir finden im AT wohl, dass Gott in seiner Souveränität lacht, spottet (Ps. 2,4; 59,8), und Ironie benutzt (z.B. Jes. 44). Doch dies tut er meist in Zusammenhang mit Gericht oder um die Gewissen zu erreichen. Ich kenne manche sehr wertvolle Brüder, die sich gerne Sprüche, Witze oder zynische Bemerkungen erlauben. Auch ich selbst lache gerne mit. Ich glaube auch, dass wir das tun dürfen, solange niemand (am allerwenigsten der Herr) dadurch verunehrt oder irgendwie in Misskredit gebracht wird. Allerdings wäre doch interessant: Hat Humor (Gesagtes, was nicht ernstgenommen wird) wirklich mit echter Freude zu tun? Man sagt doch immer wieder gerne "Christentum ist Freudentum, man darf doch miteinander fröhlich sein". Ein fröhlicher Christ ist sicher ein Zeugnis für den Herrn, denn Freude steht bei der Frucht des Geistes (Gal. 5) nicht umsonst an zweiter Stelle. Doch spielt der Humor eine Rolle dabei? Was sagt die Schrift über uns und Humor?
     
    Würde mich freuen über einige bibelfundierte und weiterführende Beiträge zum Thema. Schliesslich ist es für unsere alltägliche Gemeinschaft mit unseren Mitmenschen sehr relevant.
    Herzlicher Gruss,
    Daniel
     

  2. Manuel Seibel schreibt:

    Auch ich empfinde es so, dass wir uns als Christen freuen und daher lachen dürfen. Dennoch fällt auf, wie Du schreibst, dass man darüber wenig findet – besonders im Neuen Testament. Ich glaube (persönlich), dass der Herr Jesus auch gelacht hat. Aber es wird nicht berichtet. Warum nicht? Weil sein Weg nach Golgatha ans Kreuz ging – das war seine wesentliche Aufgabe, das, was seinen Lebensweg bestimmte. Wenn von Freude die Rede ist, dann wohl im Wesentlichen als Freude in Christus – keine leere Freude, wie man sie in Fußballstadien oder sonstwo erleben kann.

    Zynismus dagegen finde ich nicht passend. Er zeugt meistens von Enttäuschungen und ist ein Mittel, diese zu überspielen oder unter die Füße zu bekommen. Ja, Gott kann zuweilen sarkastisch sprechen (Psalm 2). Aber das hat dann wirklich mit ausgesprochenen Feinden zu tun. Es ist nicht unsere Aufgabe, denke ich. Insofern bin ich skeptisch, dass sich Elia den Baals-Priestern gegenüber so verhalten hat, wie wir es als Christen tun sollten. Er hat sie ja regelrecht verspottet.

    Aber ich stimme Dir zu: Da die Schrift nur wenig darüber sagt, bin ich auch sehr vorsichtig, Festlegungen vornehmen zu wollen … Freude ja, aber immer im "Rahmen".

  3. Frank S. schreibt:

    Wie sieht es in diesem Zusammenhang mit Pred 7,4 aus?
    Mir ist bewusst, dass nicht alles was der Prediger sagt als Maßstab für uns Christen gilt, aber nachdenklich hat mich der Vers schon gemacht. Es wäre schön mal eure Meinung dazu zuhören.
    @ Manuel
    zu:"Ich glaube (persönlich), dass der Herr Jesus auch gelacht hat. "
    Ich habe tatsächlich immer angenommen der Herr Jesus auf der Erde nie gelacht hat.Es war immer sehr beindruckend für mich, dass sein weinen berichtet wird aber nie gesagt wird das er gelachen habe.
    Denn selbst als Mensch muss ich ja, wenn ich lache, alles das ausblenden was auf dieser Welt schlecht ist(ich meine die Folgen der Sünde). 
    Ich war immer davon überzeugt, das der Herr Jesus die Folgen der Sünde so intensiv überall gesehen hat, dass im vermutlich nie zum Lachen zumute war. Ich hielt das immer für plausibel…
    Obwohl ich auch denke das Lachen und fröhlich sein zum "Menschsein" dazu gehört.
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     
     

  4. Manuel Seibel schreibt:

    Wenn man den Prediger durchliest, findet man ja verschiedene Hinweise auf die Freude (positiv und negativ). Positiv zum Beispiel: Prediger 2,26; 3,12.22; 5,18.19; 8,15; 9,7; 11,9. Der von Dir zitierte Vers scheint anzudeuten, dass auch Salomo schon von einer leeren Freude wusste, an der sich Toren laben. Das ist ein Freudenhaus, und es ist ja nicht von ungefähr, dass man heute diesen Begriff kennt.

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