“Ich kann mir nicht vergeben!” - Bibel-Blog
Ein Glaubensimpuls für jeden Tag

“Ich kann mir nicht vergeben!”


Donnerstag, 12. Juni 2014

“Ich kann mir nicht vergeben!”

Hast du vielleicht schon mal einen solchen Gedanken gehabt? Du hast Gott und auch Andere um Vergebung gebeten, aber selber wirst Du nicht damit fertig, dass Du es getan hast? In einem solchen Fall würde ein Psychologe (auch ein christlicher) Dir raten, dass Du Dir selbst vergeben musst. Aber wie soll das gehen? In der Bibel finde ich keinen Hinweis dazu, weil Vergebung immer nur zwischen “Täter” und “Opfer” geschehen kann, zwischen dem, der eine Sünde begangen hat und dem, an dem sich versündigt wurde.

Aber wie kommt man dann zu so einem Gedanken oder einer solchen Aussage? Wo liegt das Problem? Meistens ist das Problem der eigene Stolz, das eigen “Ich”. Ich fühle mich durch die Sünde vor anderen gedemütigt, aber eigentlich möchte ich doch gut dastehen. Ich habe vielleicht Gott um Vergebung gebeten, aber habe ich mich auch wirklich vor Ihm gedemütigt?

Wenn ich Gott offen und ohne mildernde Ausreden und Entschuldigungen um Vergebung bitte, dann darf ich wissen, das er mir vollkommen vergibt: “Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit” (1. Johannes 1,9). Tue ich das aufrichtig, dann lege ich – im Bild – auch meinen Stolz unter das Kreuz und demütige mich unter meine Sünde. Nicht ich muss mir vergeben, sondern Gott, denn gegen Ihn habe ich gesündigt und nicht gegen mich. Habe ich Mühe damit, sollte ich über meinen Stolz nachdenken und Buße darüber tun.

(Genauso nötig ist ein echtes und offenes Bekenntnis und Demütigung ohne Beschönigung vor dem Menschen, an dem ich mich versündigt habe: “Bekennt nun einander die Sünden” (Jakobus 5,6). Ob mein Gegenüber mir bereit ist zu vergeben oder nicht, ist nicht meine Verantwortung; meine Verantwortung ist das Bekenntnis.)

Daniel Mauden

1 Kommentar to ““Ich kann mir nicht vergeben!””

  1. P.Vogel schreibt:

    Mich überfällt Angst… wie leicht und unkompliziert kann nun Schuld / Sünde bewältigt werden: ich vergebe mir!

    Nirgendwo ersehe ich die Notwendigkeit oder gar Erlaubnis mein Befinden über die Heiligkeit und Gerechtigkeit Gottes zu stellen.

    Meinem Nächsten die Fürsorge angedeihen lassen, wie mir selber… welch ein Gebot. Verlangt nun Gott von mir eigene/eigenmächtige/eigenhändige Vergebung meiner Sünden? Oh nein! Es gibt sicher eine Menge an Beispielen die das als völlig absurd offenbaren.

    Ich kann das mal eben erledigen wofür der Herr Jesus Mensch wurde, Vorbild wurde, litt, starb und auferstand?

    Kol 2,8 Sehet zu, daß nicht jemand sei, der euch als Beute wegführe durch die Philosophie und durch eitlen Betrug, nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt, und nicht nach Christo.

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