Einander ertragen - Bibel-Blog
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Einander ertragen


Montag, 26. Juni 2017

Einander ertragen

Im Brief an die Epheser, diese örtliche Versammlung, deren Zustand so gut war, dass er ihnen die tiefsten und weitgehendsten Gedanken über den Ratschluss Gottes mitteilen konnte, schreibt Paulus in Kapitel 4, dass sie einander ertragen sollten in Liebe. 

“Ich ermahne euch nun, ich, der Gefangene im Herrn, dass ihr würdig wandelt der Berufung, mit der ihr berufen worden seid, mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut, einander ertragend in Liebe, euch befleißigend, die Einheit des Geistes zu bewahren in dem Band des Friedens” (Epheser 4,1-3).

Dieser Ausdruck “einander ertragen” weist darauf hin, dass es in mir und dem anderen etwas gibt, was ertragen werden muss. Dass Paulus dies an die Epheser schreiben muss, zeigt auch, dass selbst ein allgemein guter geistlicher Zustand nicht die unterschiedlichen Charaktere der Geschwister ausschaltet. Es gibt Unterschiede in der Erkenntnis, in dem Verständnis und in der Aufnahmefähigkeit. Jeder von uns hat andere Schwächen und andere Stärken. Da gilt uns die Aufforderung umso mehr als den geistlich gut stehenden Ephesern, einander zu ertragen und zu tragen. (Allerdings gilt diese Aufforderung nie im Hinblick auf offenbare Sünde!)

Ein persönlich guter geistlicher Zustand offenbart sich aber auch gerade darin, dass man sich selbst seiner Schwachheiten und Mängel bewusst ist und den anderen mit seinen Eigenarten in Liebe ertragen kann. Im Umkehrschluss kann man sagen: Wenn man sich ständig an den Eigenarten der Mitgeschwister stößt, hat man sich selbst wohl noch nicht richtig im Licht Gottes erkannt. 

Bernhard Brockhaus

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