Buße und Bekehrung – eine Begriffserklärung - Bibel-Blog
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Buße und Bekehrung – eine Begriffserklärung


Freitag, 15. September 2017

Buße und Bekehrung – eine Begriffserklärung

Die beiden Begriffe stehen in einer so engen Verbindung miteinander, dass wir sie nicht trennen können (vgl. Apg 3,19; Mk 1,15)

Definitionen

Der Begriff Buße, der im Alten Testament zu finden ist und auch in der heutigen Zeit in dem Wort Bußgeld steckt, ist als Erstattung oder Strafe für begangenes Unrecht mit ,,Erziehungscharakter” zu sehen. Dieses Wort entspricht überhaupt nicht dem neutestamentlichen Sinn des Wortes, wo es um innere Dinge, um eine Sache des Herzens geht.

  • Definition Buße:
    • Änderung des Sinnes in Bezug auf das, was man zu tun vorhat oder getan hat
    • Revolution (=entschiedene Umkehr und Veränderung) der Denkungsart
    • Eine Änderung des Denkens in Bezug auf sich selbst wie in Bezug auf Gott
  • Definition Bekehrung:
    • Das entsprechende griechische Wort epistrophä bedeutet soviel wie „sich herumdrehen und in eine andere Richtung gehen“
    • Umkehr von einem falschen Weg
    • Der Mensch muss eine Kehrtwendung machen zu Gott. Bis dahin war, um im Bild zu sprechen, das Gesicht des Menschen Satan zugewandt, oder, wie es im 1. Thessalonicherbrief heißt, den Götzen

Wie kommt es zur Buße?

Durch das Eingreifen Gottes. Es geschieht durch Sein Wort – die Predigt – mit dem Wirken des Heiligen Geistes an der Seele; diese soll zur Einsicht und Umkehr kommen, zur Bekehrung (griech. epistrophe, als Verb epistrepho = umkehren, zurückkehren, (sich)umwenden) als einer auch sichtbaren Folge der eher innerlich erfolgten Buße. “Denn die Betrübnis Gott gemäß bewirkt eine nie zu bereuende Buße zum Heil” (2.Kor 7,10).

Was sind die Unterschiede zwischen Buße und Bekehrung?

Buße: eine Sinnesänderung und die innere Einsicht der Schuld und des Zustands als Sünder und die Reue über die begangenen Sünden.

Bekehrung: die zunächst innere Umkehr im Herzen (Hinwendung zu Gott statt von Gott weg) und die daraus resultierende Umkehr in Taten, die nach außen sichtbar wird.

–> Die Bekehrung kann nur das Ergebnis der Buße sein, denn der natürliche Mensch sucht Gott nicht (Röm 3,11).

Was ist der Inhalt von Buße und Bekehrung? Wie geschieht Buße und Bekehrung?

Buße und Bekehrung beinhalten mehrere Aspekte, die besonders in dem Gleichnis von dem verlorenen Sohn in Lukas 15 sichtbar werden:

  • die Erkenntnis, dass ich selbst auf falschem Weg bin, weil es ein Weg ohne Gott und von Gott weg ist,
  • die Reue über den Weg ohne Gott und damit in Sünde und Schuld, und es folgt
  • die Umkehr oder Bekehrung, und dies als eine bewusste Entscheidung des Herzens, nämlich
  • das Aussprechen vor Gott — das Bekennen, Anerkennen — im Gebet, dass dies so ist und dass ich ein Sünder bin und dass ich von meinem Weg umkehre zu Gott

Buße ist also ein Werk Gottes in der Seele des Menschen, der Mensch muß aber ganz bewusst wollen. Der Mensch ist verantwortlich, das Wirken des Geistes Gottes zur Buße anzunehmen. Wenn der Mensch nicht will, wird er erneut Gott gegenüber schuldig, denn Gott gebietet, Buße zu tun.

Wer muss Buße tun?

  • Zunächst galt die Aufforderung Gottes zur Umkehr zurück zu Ihm selbst immer wieder dem Volk Gottes des alten Bundes, Israel (2.8. Jes 30,15;_Jer 15,19; 31,19; Hes 14,6) — hier lesen wir auch von der Trauer des HERRN: „Dennoch seid ihr nicht bis zu mir umgekehrt” (Amos 4,6-10 und Mal 3,7).
  • Dann richtet Er sich unmittelbar vor dem Kommen des Herrn Jesus durch Johannes den Täufer noch einmal mit dem Aufruf zur Buße an Sein Volk.
  • Nachdem das Volk der Juden den „Herrn der Herrlichkeit”, den Herrn Jesus, verworfen und gekreuzigt hatte, lässt Gott in drei Predigten des Apostels Petrus (Apg 2,38; 3,19; 5,31) das Volk Israel erneut dazu auffordern, Buße zu tun und sich zu bekehren.
  • Als kurze Zeit später auch der römische Hauptmann Kornelius und die Seinen das Wort durch die Predigt des Petrus aufgenommen hatten und gläubig geworden waren, wird auch den Nationen „die Buße zu Gott” gepredigt (s. Apg 11,18; 17,30; 20,21, 26,20 u.a.).

Gott richtet sich also an alle Menschen, keiner ist ausgenommen. Er ruft nicht nur dazu auf, Buße zu tun, Er gebietet es!

„Er gebietet jetzt den Menschen, daß sie alle allenthalben Buße tun sollen, weil er einen Tag gesetzt hat, an welchem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat allen den Beweis davon gegeben, indem er ihn auferweckt hat aus den Toten” (Apg 17,30—31).

Bernhard Brockhaus

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