Bibel-Blog

Ein Glaubensimpuls für jeden Tag

Autor: Bernhard Brockhaus Seite 2 von 44

Tagebuch einer Bibel

15. Januar: Eine Woche habe ich Ruhe gehabt. Die ersten Abende nach Neujahr hat mein Besitzer regelmäßig in mir gelesen, aber jetzt scheint er mich wieder vergessen zu haben.

2. Februar: Mit einigen anderen Büchern zusammen hat man mich sauber abgestaubt und wieder an meinen Platz gestellt.

8. Februar: Mein Besitzer hat mich flüchtig benutzt, um das eine und andere nachzuschlagen. Dann hat er mich mitgenommen zur Sonntagsschule.

7. März: Abgestaubt. Sorgsam abgerieben. Schön ordentlich hingestellt. Seit dem kurzen Ausflug zur Sonntagsschule habe ich in der Diele auf einem Tischchen gelegen.

12. April: Das war ein arbeitsreicher Tag. Mein Besitzer musste irgendwo einen Vortrag halten. Dazu hat er verschiedene Texte nachgeschlagen. Es hat ihn viel Mühe gekostet, sie zu finden, obwohl sie stets an der gleichen Stelle gestanden haben.

5. Mai: In Großmutters Schoß! Den ganzen Nachmittag. Sie weilt zu Besuch im Hause. Eine Träne fiel aus ihrem Auge auf Kolosser 2, Vers 3-7, wo von den Schätzen der Weisheit und Erkenntnis die Rede ist und vom Befestigtsein im Glauben.

6. Mai: Wieder den Vormittag über in Großmutters Schoß. Lange, lange las sie in 1. Korinther 13 und sann darüber und wandte sich dann zu den letzten Versen des 15. Kapitels. Da sie leise vor sich hinsprach, merkte ich, wie »Liebe« und »Beharrlichkeit« ihr wichtig waren.

7., 8., 9. Mai: Jeden Mittag in Großmutters Schoß! Ich empfand, wie sie mich lieb hat. Manchmal liest sie, manchmal spricht sie mit geschlossenen Augen vor sich hin.

10. Mai: Großmutter ist wieder abgereist. Sie küsste mich zum Abschied.

3. Juni: Heute wurde ein Blümchen zwischen meine Blätter gelegt.

1. Juli: Mit Kleidern und anderen Sachen wurde ich in einen Koffer gepackt. Es scheint auf Reise zu gehen.

2.-7. Juli: Immer noch im Koffer, obwohl fast alles andere herausgenommen worden ist.

15. Juli: Wieder daheim auf meinem alten Platz. Ich verstehe nicht recht, aus welchem Grunde ich mitgenommen worden bin.

1. August: Die Luft ist stickig und heiß. Auf mir liegen zwei Zeitschriften, ein Buch und ein alter Hut. wenn sie diese Sachen doch wegnehmen wollten !

5. September: Endlich bin ich mal wieder abgestaubt, abgerieben und an meinen alten Platz gestellt worden.

10. September: Heute hat Marie mich kurz benutzt. Sie schrieb an eine Freundin, deren Bruder ernstlich erkrankt ist, und suchte dazu eine passende Stelle.

30. September: Abgestaubt.

(Wilhelm Brockhaus)

Wie sieht das Tagebuch Deiner Bibel aus?


Mit den Augen Gottes sehen

Wir laufen mit offenen Augen durch die Gegend und sehen jeden Tag viele Menschen, manche nur einmal, manche täglich.

Wie sehen wir sie? Wie würden wir sie beschreiben? Manche sind materiell reich, andere arm. Manche sind ganz ruhige Leute, andere vielleicht eher cholerisch. Manche halten wir für hoch begabt, andere sind eher „normal“ begabt. Manche führen ein  menschlich gesprochen wirklich astreines Leben, andere sind schon öfter Mal auf die schiefe Bahn geraten.

Wir sehen die Menschen und beurteilen sie, schieben sie in alle möglichen Schubladen. Ist das richtig, was wir da machen? Wir wollen uns mal fragen, wie Gott die Menschen sieht

Gott hat nicht so viele „Schubladen“ wie wir. Er hat nur zwei und Sein Urteil beruht nicht auf Vermutung und Vorurteil, sondern auf Seiner Allwissenheit. Die entscheidende Frage ist: Wie steht der Mensch zu Seinem Sohn Jesus Christus? Gott schaut nicht auf den materiellen Reichtum, auf die Begabung, auf die gute Lebensführung. Er sieht einen Menschen und sieht ihn entweder als Sein errettetes Kind oder als verlorenen Sünder.

Letztens saß ich in der großen Kantine der Firma, in der ich arbeite. Das saßen ca. 500 Menschen. Ich fragte mich: Wie voll wäre dieser Raum noch, wenn der Herr jetzt wiederkäme? Wir wollen den Herrn bitten, dass wir die Menschen um uns herum mehr mit Seinen Augen sehen! Das wäre das Ende jeder Gleichgültigkeit und jeder Bequemlichkeit.

Vielleicht würde sowas dabei rauskommen:

Auf der Talfahrt gestürzt

Gestern sürzte der Radrennfahrer Jens Voigt bei einer Talfahrt der Tour der France schwer und musste ins Krankenhaus gebracht werden – für ihn bedeutet dieser Sturz das Ende der Tour de France. Ich musste da an den Glaubenslauf eines Christen denken, der auch manchmal sehr rasant bergab gehen kann.

Wie oft ist es mir schon passiert, dass ich nach einer „geistlichen Höhe“ in ein „geistliches Tal“ gefahren bin. Oftmals war es ein „harter Ritt“ und mit schweren Stürzen verbunden. Da darf ich mir den Vers aus Sprüche 24,16 als Trost sagen: „Denn der Gerechte fällt siebenmal und steht wieder auf“.

Das Glaubensleben ist leider immer ein Auf und Ab. Wir möchten es so gerne Mose gleichtun, der „auf den Berg stieg, und die Wolke bedeckte den Berg. Und die Herrlichkeit des HERRN ruhte auf dem Berge Sinai, und die Wolke bedeckte ihn sechs Tage … Und Mose ging mitten in die Wolke hinein und stieg auf den Berg; und Mose war auf dem Berge vierzig Tage und vierzig Nächte“ (1.Mose 24,15-18). Doch wie gelingt es, dass der „Pass“ zu einer „Hochebene“ wird und die Täler nur kleine Senken bleiben?

Wir haben dazu alle „Werkzeuge“ bei der Hand. Ein „Werkzeug“ ist das Wort Gottes, das wir durch den Heiligen Geist aufnehmen und verstehen können. „Nicht vom Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Worte Gottes“ (Lk 4,4). „Nehmet auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches Gottes Wort ist“ (Eph 6,17).

Und der Vers aus Epheser 6 geht noch weiter: „zu aller Zeit betend mit allem Gebet und Flehen in dem Geiste, und eben hierzu wachend in allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen“ (Vers 18). Das Gebet ist ein ebenso wichtiger „Begleiter“. Diese beiden Dinge, das Wort und das Gebet, gehören untrennbar zusammen. Wenn wir eines der beiden vernachlässigen, ist die rasante Talfahrt vorprogrammiert, der Sturz fasst unvermeidbar.

Lies Gottes Wort und lasse nicht nach darin! Du weißt gar nicht, was du verschmähst, wenn du Sein Wort nicht liest!

Vernachlässige das Gebet nicht – die stärkste Waffe des Christen! Wenn Du bestest, steht Satan zitternd daneben! Er weiß, dass er dagegen nichts ausrichten kann.

Vorsorge treffen

Vorsorge treffen, das ist – hört man – immer wichtiger. Sicher sollen wir nicht planlos durch die Gegend laufen. Doch diesem ständigen Werben: „Triff Vorsorge für dein Alter“ – „Triff Vorsorge für deine Kinder und deren Bildung“ – „Triff Vorsorge für die Arbeitsunfähigkeit“ – „Triff Vorsorge für dein Grab“ und, und, und… – geben wir immer mehr Gehör und verlieren dadurch immer mehr das schlichte Vertrauen auf unseren Herrn. Nochmal: Wir sollen als gute Verwalter der Dinge, die der Herr uns anvertraut hat, unseren Verstand gebrauchen und vorausschauend planen – aber bitte nicht ohne den Herrn und das nötige Vertrauen auf ihn. Triff Vorsorge im Gebet, denn:

„Deine Wohnung ist der Gott der Urzeit, und unter dir sind ewige Arme; und er vertreibt vor dir den Feind und spricht: Vertilge! Und Israel wohnt sicher, abgesondert der Quell Jakobs, in einem Land von Korn und Most; und sein Himmel träufelt Tau. Glückselig bist du, Israel! wer ist wie du, ein Volk, gerettet durch den HERRN, den Schild deiner Hilfe, und der das Schwert deiner Hoheit ist?“ (Psalm 33,27-29)

Nach seinem Reichtum…

Karfreitag

„Aber von der sechsten Stunde an kam eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde; um die neunte Stunde aber schrie Jesus auf mit lauter Stimme und sagte: Eli, eli, lama sabachthani? das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Als aber etliche der Dastehenden es hörten, sagten sie: Dieser ruft den Elias. Und alsbald lief einer von ihnen und nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und tränkte ihn. Die Übrigen aber sagten: Halt, laßt uns sehen, ob Elias kommt, ihn zu retten! Jesus aber schrie wiederum mit lauter Stimme und gab den Geist auf.

Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriß in zwei Stücke, von oben bis unten; und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Grüfte taten sich auf, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt; und sie gingen nach seiner Auferweckung aus den Grüften und gingen in die heilige Stadt und erschienen vielen.

Als aber der Hauptmann und die mit ihm Jesum bewachten, das Erdbeben sahen und das, was geschah, fürchteten sie sich sehr und sprachen: Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn!

Matthäus 27, 45-54

Gnade in der Ehe

Wenn das anfängliche Feuer in der Ehe verloren gegangen ist, wenn es in der Ehe so kühl geworden ist, dann liegt die Ursache nicht in fehlenden Gemeinsamkeiten, zu geringer Kommunikation oder zu vielen negativen Umständen, sondern schlicht und ergreifend in der Tatsache, dass wir immer noch mit der Sünde zu kämpfen haben. Und wir brauchen die Gnade Gottes, um dennoch eine glückliche Ehe führen zu können. Sie verwandelt aber unser Verlangen, einen Streit zu gewinnen, in den Wunsch, Christus ähnlich zu werden. Sie nimmt mich aus dem Zentrum heraus und stellt Christus hinein. Das ist, was die Gnade bewirkt – zum Segen für die Ehe und zu seiner Ehre!

Vom Zudecken und Vergeben

„Wer Liebe sucht, deckt die Übertretung zu; wer aber eine Sache immer wieder anregt, entzweit Vertraute“ (Sprüche 17,9).

„Denn ich werde ihren Ungerechtigkeiten gnädig sein, und ihrer Sünden und ihrer Gesetzlosigkeiten werde ich nie mehr gedenken“ (Hebräer 8,12).

Wenn du deine Sünden Gott bekannt hast, hat Gott sie in die Tiefe des Meeres geworfen, hinter seinen Rücken (Micha 7,19; Jeremia 38,17). Nie mehr wird er an sie denken oder sie wieder hervorholen.

So sollte auch unser Verhalten sein, unsere Vergebung! Leider handeln wir oft lieblos gegen unseren Nächsten, indem wir „alte Sünden“ wieder aufwärmen. Der Vers aus Sprüche 17 warnt uns sehr davor! Mit diesem Verhalten zeigen wir nicht nur, dass wir nicht aufrichtig vergeben haben, sondern dass wir auch nicht die Liebe suchen, die Übertretung zudeckt.

Wie schnell handeln wir so gerade gegenüber denen, die wir am meisten lieben. „Alte Sünden“ werden wieder aufgewärmt und aus einer Mücke wird ein Elefant gemacht, statt mit Liebe die Übertretung zuzudecken und ohne Forderung eines Bekenntnisses zu vergeben. Ein solches Verhalten treibt einen Keil zwischen Eheleute, Eltern und Kinder, Mitgeschwister, Freunde…

Der Heilige Geist fordert uns auf:

„Wie auch der Christus euch vergeben hat, so auch ihr.“ (Kolosser 3,13)

Die Person Christi – die Kraft unseres Glaubens

Die Jünger kannten den Herrn in hervorragendem Sinn persönlich. Es war seine Person, seine Gegenwart, die sie anzog. Und dies ist es gerade, was auch wir in einem höheren Maße brauchen. Wir mögen bemüht sein, Wahrheiten bezüglich der Person des Herrn Jesu kennen zu lernen, und mögen auf diesem Wege bedeutende Fortschritte machen; dennoch können die Jünger, bei all unserer Erkenntnis und trotz all ihrer Unwissenheit, die Welt hinter sich zurücklassen, wenn es sich um die Kraft einer alles beherrschenden Liebe zu Ihm handelt.

Es ist gut, wenn die Zuneigungen unserer Herzen zu dem Herrn Jesus das Maß der Erkenntnis überschreiten, die wir uns bezüglich Seiner haben erwerben können; denn nur dann beweisen wir, dass wir Ihn wirklich verstanden haben. Glücklicherweise gibt es noch einfältige Gläubige, bei denen sich diese das Maß der Erkenntnis übersteigende Anhänglichkeit an die Person Christi offenbart; aber im allgemeinen ist es leider nicht so.

In unseren Tagen ist meist das Gegenteil der Fall, indem das Licht und die Erkenntnis der Wahrheit gewöhnlich das Maß dessen überschreiten, was unsere Herzen für den Herrn fühlen. Diese Entdeckung ist für einen jeden, der noch irgendwie ein wahres Gefühl besitzt, höchst schmerzlich und beschämend.

Das Vorrecht unseres christlichen Glaubens und das Geheimnis seiner Kraft besteht darin, dass alles, was er besitzt, und alles, was er darbietet, in einer Person enthalten ist. Während so vieles andere sich als schwach erwiesen hat, zeigt der Glaube gerade darin seine Kraft, dass er den Christus zum Mittelpunkt besitzt, und dass er keinen Kreis ohne diesen Mittelpunkt, keine Erlösung ohne diesen Erlöser, keine Seligkeit ohne diesen Seligmacher hat. Das gerade ist es, was den christlichen Glauben für Menschen, die durch diese Welt zur Herrlichkeit gehen, passend macht und was diesen Glauben zu einem Licht macht, das heller scheint als die Sonne. Alles andere erscheint, im Vergleich damit, nur wie das Licht des Mondes, das zwar auch glänzt, dabei aber kalt und unwirksam ist, während hier Licht und Leben eins sind.

Wie groß ist der Unterschied, ob man sich einer Sammlung von Vorschriften unterwirft oder sich an ein liebendes Herz flüchtet, ob man irgend ein System annimmt oder sich fest an eine Person klammert! Mögen wir es nie aus den Augen verlieren, dass unsere Schätze in einer Person aufbewahrt sind, die aber nicht nur für eine einzelne Generation ein lebender und gegenwärtiger Lehrer und Herr war und danach aufhörte dies zu sein, sondern die für alle Generationen zu allen Zeiten lebendig und gegenwärtig bleiben wird.

(Aus J. G. Bellet: „Die Herrlichkeit Jesu Christi in Seiner Menschheit“)

Ein Bund mit den Augen

Mark sitzt morgens in der Cafeteria seiner Firma und trinkt seinen wohlverdienten Kaffee, als eine bildhübsche Dame im Minirock und einem figurbetonenden Oberteil hereinkommt. „Wow, ist das eine Frau!“, denkt er, und noch manches andere …

Seien wir Männer ehrlich: Sind uns diese Sätze wirklich so fremd? Zugeben wollen wir es möglicherweise nicht. Auch wenn wir vielleicht nicht so denken - hinschauen und uns an dem verführerischen Anblick ergötzen, das tun wir schon manchmal. Da ist doch wirklich nichts dabei, oder?

So denken wir, aber Gott denkt da ganz anders. In Matthäus 5,28 sagt der Herr Jesus: „Ich aber sage euch, dass jeder, der eine Frau ansieht, ihrer zu begehren, schon Ehebruch begangen hat in seinem Herzen.“ Das sind deutliche Worte. In diesem Licht wird uns schnell klar, dass am Hinschauen und sich Erfreuen durchaus leicht „was dran“ sein kann.

Hiobs Verteidigungswall für seine Augen war: „Ich habe mit meinen Augen einen Bund gemacht, und wie hätte ich auf eine Jungfrau geblickt!“ (Hiob 31,1)

Machen auch wir einen Bund mit unseren Augen! Sobald die Versuchung an uns herantritt, sollten wir uns sagen: „Nein du hast kein Recht diese Person zu begehren. Du hast einen Bund mit deinen Augen gemacht. Schau weg!“

Sicher, einfach ist das nicht, weil es oft eine Angewohnheit ist, die Blicke schweifen zu lassen, ein innerer Drang. Es ist aber keineswegs so, dass wir nicht anders könnten. Wegschauen und durchhalten, das ist die Devise. Gott wird es belohnen und Er wird die Kraft und Energie dazu schenken, ohne die wir es nicht schaffen können.

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