Ein Glaubensimpuls für jeden Tag

Autor: Henning Brockhaus Seite 2 von 42

Ein Gott der Güte

Schaut man ins Alte Testament und dort insbesondere ins 2. Buch Mose (Exodus), so finden wir Gott als einen eifernden Gott, der Israel sein Gesetz vorlegt, der im Dunkeln wohnt, dem das Volk Israel am Berg Horeb nur unter Todesstrafe nahen konnte und der unerbittliche Forderungen seiner Heiligkeit an die Menschen richtete. 

Aber entsprach das wirklich seinem Wesen?

Nein, wir Christen wissen, dass Gott Liebe ist und nicht "Gesetz". Er hat sich in Seinem Sohn völlig offenbart und nicht im Gesetz. Dieses begegnete nur der Anmaßung Israels, alles tun zu wollen und zu können, was Gott ihm gebot. 

Und doch – selbst mitten in den 10 Geboten in 2. Mose 20 finden wir den Satz: "Ich bin der HERR,  dein Gott…, der Güte erweist auf Tausende hin, an denen, die mich lieben" (2. Mose 20 Vers 6). Ist das nicht bemerkenswert? Mitten in den Ausführungen, die Gottes absolute Heiligkeit betonen, erscheint plötzlich ein Strahl von Gnade. Mir scheint, dass Gott hier kurz den Vorhang beiseite zieht und einen Blick auf sein Wesen zulässt, das neben Licht eben auch Liebe ist…

Den gläubigen Bibelleser freut's! – darf er ja seinen Gott kennen als den Gott, der Liebe ist und der in großer Gnade und Güte zu verlorenen Sündern herabgekommen ist – nicht mit gesetzlichen Forderungen, die wir sowieso nicht hätten halten können, sondern mit und aus reiner Gnade. Aber so dürfen wir das Alte Testament lesen: Mit dem Licht des Neuen Testaments – das gibt echten Gewinn!

Was ich brauche

Mehr Glauben verleih’ mir,
mehr Licht und mehr Mut
mehr Trost der Vergebung,
zum Beten mehr Glut;
mehr Schmerz um die Sünde
mehr Scheu vor der Schuld,
mehr Stille im Herzen,
im Leid mehr Geduld.

Mehr Hoffnung entzünde,
mehr Sehnsucht in mir,
mehr Lust nach dem Himmel,
mehr Heimweh nach Dir!
Mehr Aufblick nach oben,
mehr Tröstung im Weh,
mehr Siegesgewissheit,
mehr Kraft aus der Höh’!

Mehr mildes Erbarmen,
mehr brünstige Lieb’,
mehr Sanftmut und Frieden,
mehr Opfersinn gib,
mehr Einfalt und Wahrheit,
mehr Demut dazu -
Ich wäre so gerne,
mein Heiland, wie Du.

August Hermann Francke

(Dieses Gedicht haben wir schon einmal im Mai 2008 hier veröffentlicht, ich fand es aber lohnenswert, es nochmals zu bringen).

Alles in Bewegung

Seit einigen Wochen habe ich ein neues Büro bezogen, das direkt an einer Autobahn, einer großen Bundesstraße, einer hochfrequentierten Eisenbahnstrecke und am Flughafen liegt. Auch wenn ich meine Arbeit mache und gar nicht aus dem Fenster sehe, nehme ich im Augenwinkel eine ständige Bewegung, das Gewusel des Autoverkehrs, Züge und auch Flugzeuge wahr. Immer bewegt sich etwas.

So geht es auch in dieser Welt, es ist gleichsam ihre Natur . Der Mensch ist ständig in Bewegung, immer treibt ihn etwas. Man hastet von einem Wochenende zum anderen, von Party zu Party, von Event zu Event. Und wenn man einmal zur Ruhe zu kommen „droht“, stellen Radioleute die besten Veranstaltungen des nächsten Wochenendes in der Region vor. Auch der Sport bietet immer etwas Neues - ist die Spielzeit der Fußball-Bundesliga vorbei, steigt das nächste große Event - die Fußballweltmeisterschaft der Frauen…

Wie schön, wenn Menschen noch Zeit haben, über wesentliche Dinge nachzudenken wie z.B. die Ewigkeit, wenn das Treiben dieser Zeit einmal für sie vorbei ist. Der Herr Jesus sagt: „Kommt her zu mir, alle Mühseligen und Beladenen und ich werde euch Ruhe geben.“ (Matthäus 11 Vers 28)

Aber auch gläubige Christen brauchen immer wieder diesen Platz der Ruhe bei Ihm, um neue Kraft zu bekommen. Zu ihnen sagt der Herr Jesus: „Kommt ihr selbst her an einen öden Ort besonders und ruht ein wenig aus.“ (Markus 6 Vers 31)

Stille Wasser sind tief

In dem Maß, in dem wir in seiner Erkenntnis zunehmen, entsteht eine Freude, die tiefer ist als die der ersten Bekehrung. Ich habe Christus mehr oder weniger gekannt zwischen dreißig und vierzig Jahren, und ich kann sagen, dass ich jetzt zehntausendmal mehr Freude habe als ich anfangs hatte. Es ist eine tiefere, ruhigere Freude. Das Wasser, das von einem Hügel herabstürzt, gewährt einen wunderschönen Anblick und macht viel Geräusch; aber wir werden finden, dass das in der Ebene fließende Wasser, tiefer, ruhiger, befruchtender ist.

 

John Nelson Darby

Wenn der Herr will

Wir machen fast jeden Tag Pläne. Vielleicht nur für den Abend. Und dabei gehen wir oft wie selbstverständlich davon aus, dass wir sie auch durchführen können. Aber ist das auch Gottes Plan mit uns? Das Unglück am Lagginhorn, von dem wir in den letzen Wochen berichtet haben, lässt uns neu darüber nachdenken, dass alles, ja wirklich alles, in Gottes Hand steht.

Wir uns daher wieder bewusster machen, dass uns die Bibel im Jakobusbrief, Kapitel 4 Vers 15 dazu auffordert, alles unter die Bedingung zu stellen: „Wenn der Herr will und wir leben…“ Damit meine ich nicht, dass wir diesen Satz wörtlich bei allem, was wir in Bezug auf die Zukunft sagen, aussprechen sollten. Nein, dann wird es bald nicht mehr als eine Floskel sein. Aber wir sollten in dieser Haltung unsere Pläne machen, dass wir dies oder jenes tun möchten, „wenn der Herr will“.

So machen wir uns auch unsere Ohnmacht und Abhängigkeit von Ihm bewusst.

Gedanken zu Gebetserhörungen

Wie gehen wir damit um, wenn Gott unsere Gebete erhört? Ich habe den Eindruck, dass das auf unsere Einstellung zu dem Gebetsanliegen ankommt. Wenn wir morgens um die tägliche Bewahrung bitten oder um Kraft für den Tag, stehen wir in Gefahr, eine entsprechende Gebetserhörung als „normal“ hinzunehmen. Vielleicht danken wir dann abends nicht einmal dafür.

Bringen wir aber Bitten vor Gott, die uns „größer“ und deren Erhörung uns wunderbarer vorkommen, bei der Gott aus unserer Sicht eindeutig wirken muss, dann werden wir wahrscheinlich in unseren Dankgebeten auch den Dank für die Erhörung dieser Bitten vortragen.

Aus Sicht unseres Gottes ist es dabei nicht leichter oder schwieriger, uns täglich zu bewahren oder das größte Wunder zu bewirken. Und doch versteht Er uns, wenn wir Ihm besonderen Dank für aus unserer Sicht besondere Bitten bringen - und nimmt ihn gerne an. Lasst uns aber Seine Güte auch in der Erhörung unserer „alltäglichen“ Bitten erkennen!

Es sieht mich keiner?

Heute musste ich an einen kleinen Gedichtvers denken, den ich in meiner Kindheit einmal gelernt habe:

Denke nicht: „Es sieht mich keiner,
bin ja ganz allein.“
Denn vom Himmel schaut dir einer
tief ins Herz hinein.

Obwohl als Kind für die Kindheit gelernt, spricht dieser Vers uns alle an. Ja, wir wissen vielleicht, dass Gott uns jederzeit sieht und sogar uns tief ins Herz hineinschaut, aber verhalten wir uns immer entsprechend?

„Siehe du hast Lust an der Wahrheit im Innern.“ Psalm 51 Vers 6

Licht und Liebe

Liebe und Wahrheit (oder Licht) - beides sind Attribute Gottes. Für uns Menschen ist es manchmal schwierig, das eine mit dem anderen zu vereinbaren. Gott ist beides absolut, Er ist Liebe (1. Johannes 4,8.16) und Er ist die Wahrheit (z.B. Johannes 14,6) und Licht (1. Johannes 1,5).

Im Charakter von Licht und Liebe ist der Herr Jesus hier zu jedem Augenblick seines Lebens seinen Weg gegangen. Nie hat Er das eine auf Kosten des anderen betont; immer war alles völlig an seinem Platz bei Ihm.

Als Petrus Ihn verleugnete, drehte der Herr sich zu Petrus um und blickte ihn an (Lukas 22,61). In diesem Blick erkannte der Jünger die völlige Wahrheit, das göttliche Licht, das seine Sünde bloßstellte. Aber gleichzeitig war es ein Blick der Liebe zu dem gefallenen Jünger, der ihm zusicherte, dass sein Meister ihn immer noch, trotzdem, und gerade jetzt liebte…

Ist das nicht ein großer Trost, wenn wir gesündigt haben? So schaut Er auch uns an: In Licht und Liebe. Er bleibt seinem Wesen des Lichtes treu, „denn Er kann sich selbst nicht verleugnen“ (2. Timotheus 2,13), aber Er offenbart gleichzeitig sein Herz voller Liebe für uns. Zu jeder Zeit. Das  – finde ich - ist ein Gedanke, der uns mit Vertrauen und Ruhe erfüllt.

Zurück zu IHM!

Egal,

– wie tief ein Gläubiger gefallen ist,
– wie sehr er den Herrn Jesus durch seine Sünde verunehrt hat,
– wie weit weg er vielleicht in der Welt war,
– wie zerbrochen er sich vor seinem Heiland führt,
– wie sehr er vielleicht andere verletzt hat,
– wie kaputt sein Leben auch sein mag,
– wie wenig Perspektiven er im Moment für sein weiteres Leben sieht,
– wie …
– wie … :

es gibt immer einen Weg zurück zum Vaterherzen Gottes und Gottes Gnade ist größer als jeder sündige Zustand. Wenn der Leser dieser Zeilen vielleicht jemand ist, auf den die obigen Zeilen zutreffen – warte nicht länger und komm zurück zu IHM! Er wird Dich mit offenen Armen empfangen! Denn Er wartet auf Dich.

Lukas 15 Vers 20:

Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und wurde innerlich bewegt und lief hin und fiel ihm um seinen Hals…

Ausblick der Herrlichkeit

Die Menschen leben im Allgemeinen für das Hier und Jetzt. Darauf ist alles im Leben ausgerichtet. Daran wird fast nur gedacht. Wer denkt schon an die Ewigkeit, die Zeit nach unserem Sterben? Bestenfalls wird es zwar irgendwie gefühlt, aber gedanklich unterdrückt oder einfach ausgeblendet.

In Psalm 17 beschreibt David in einem Gebet die Menschen mit den Worten:

„Ihr Teil ist in diesem Leben, und ihren Bauch füllst du mit deinem Schatz; sie haben Söhne die Fülle, und ihren Überfluss lassen sie ihren Kindern.“  Psalm 17,14

Tatsächlich – alles, was die Menschen genießen, kommt letztlich von Gott ("ihren Bauch füllst du mit deinem Schatz"). Ohne Rohstoffe, deren Wachstum Gott schenkt, funktioniert hier nichts. Die Menschen sorgen für ihre Kinder, für ihre Zukunft, aber alles immer nur im Hinblick auf ein Leben auf dieser Erde, in dieser Welt.

Doch David betet weiter im nächsten Vers:

„Ich, ich werde dein Angesicht schauen in Gerechtigkeit, werde gesättigt werden, wenn ich erwache, mit deinem Bild.“   Psalm 17,15

Eine völlig andere Perspektive eröffnet sich unseren Augen. David spricht hier von dem Leben nach seinem irdischen Leben – und das, obwohl er noch wenig verstehen konnte von der Auferstehung in Christus! Er wusste dennoch, dass er eines Tages Gottes Angesicht sehen würde in einer Szene, wo Gerechtigkeit wohnt. Gott hatte ihm offenbart, dass er eines Tages Ihn, seinen Gott sehen wird und dann „gesättigt“ sein wird allein durch das Anschauen seiner, Gottes, Herrlichkeit "im Angesicht Christi" (2. Korinther 4,6.)

Wie viel mehr gilt das für einen Gläubigen der Christenheit, der Christus, die Offenbarung Gottes, kennt!

Das ist ein Ausblick, den kein ungläubiger Mensch kennt – und versteht. Es stellt sich die Frage, wie wertvoll uns, die wir Christus kennen, diese herrliche Zukunft dort ist, wo alles Licht und Liebe ist. 

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