Ein Glaubensimpuls für jeden Tag

Autor: Manuel Seibel Seite 1 von 36

Entrüstung

„Entrüstung = Ein erregter Zustand der Seele, der meist dann eintritt, wenn man erwischt wird“, sagte einmal der Dichter, Zeichner und Maler, Wilhelm Busch (1832-1908).

Ist es nicht oft so, dass wir mehr entrüstet sind, wenn man uns entlarvt und unsere Schliche aufdeckt – vielleicht sogar ein rechtlich einwandfreies Verhalten, aber moralisch nicht in Ordnung -, obwohl wir statt Entrüstung eher Zerknirschung zeigen sollten? Natürlich sollten wir traurig und entrüstet sein, wenn der Herr verunehrt wird. Und das erst recht, wenn wir diese Unehre verursacht haben. Aber das sollte mit einem echten Bekenntnis verbunden sein. Nicht mit einer Entrüstung über jemand anderes, der vielleicht in detektivischer Weise etwas aufgedeckt hat.

„Die das Gesetz verlassen, rühmen die Gottlosen; die aber das Gesetz beobachten, entrüsten sich über sie“ (Sprüche 28,4). „Es ist gut für mich, daß ich gedemütigt wurde, damit ich deine Satzungen lernte“ (Psalm 119,71).

Himmlische Segnungen

Wie wichtig sind uns eigentlich unsere himmlischen Segnungen? Wir dürfen dankbar sein für die irdischen: Gesundheit, Ehepartner, Familie, die Fähigkeit, arbeiten zu können, in einer Wohnung oder einem Haus wohnen zu können … Auch das sind Segnungen, die uns Gott schenkt. Aber sie gelten genauso für Ungläubige.

Diese kennen aber nicht den himmlischen Segen, den nur Christen kennen können und der jedem Erlösten gehört, ob er ihn genießt oder nicht. „Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jder himmlischen Segnung in Christus Jesus …“ (Eph 1,3). Nur kennen müsste man sie, um sie genießen zu können. Und nur wer sie wirklich genießt, kennt auch ihren gewaltigen Wert.

Müßiggang

„Von Arbeit stirbt kein Mensch, aber von Ledig- und Müßiggehen kommen die Leute um Leib und Leben; denn der Mensch ist zum Arbeiten geboren wie der Vogel zum Fliegen“, sagte einmal der deutsche Reformator Martin Luther (1483-1546). Dass er recht hat, wissen wir aus der Geschichte Davids mit Bathseba (2. Samuel 11). Und der Apostel Paulus fordert die Thessalonicher nicht umsonst mehrfach auf zu arbeiten. Wir haben es nötig zu arbeiten. Auch wenn die Arbeit zuweilen sehr hart sein kann, ist sie doch zugleich ein Segen für uns, dass wir nicht „auf dumme Gedanken“ kommen. Wir wollen versuchen, mehr den Segen (als die Plage) in unserer Arbeit zu sehen, ohne dass wir uns nur noch ausstrecken nach den Dingen des Arbeitslebens … „Was irgend ihr tut, arbeitet von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen“ (Kolosser 3,23).

Keine Gegengabe erwarten

„Die wirkliche Liebe beginnt, wo keine Gegengabe mehr erwartet wird“, schrieb einmal Antoine de Saint-Exupéry (1900-44), französischer Flieger und Schriftsteller. Ist das nicht das Wesen Gottes: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist“ (Röm 5,8). Gott konnte von uns nichts als Gegenleistung erwarten – Er hat uns alles gegeben. So dürfen auch wir, die wir durch Gottes Gnade als Erlöste seine Natur geschenkt bekommen haben, lieben. Und zwar lieben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten oder zu erhoffen. Die Liebe liebt, weil sie Liebe ist. Das allerdings ist ein hoher Anspruch für unser Leben …

Maschinen oder Menschen?

„Wir sind schon ein merkwürdiges Volk, wenn wir mit Freude Maschinen bedienen, aber jedes Lächeln gefriert, wenn es sich um die Bedienung von Menschen handelt“, sagte einmal der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog. Wie ist das mit uns: Wie gehen wir auf unsere Mitmenschen zu? Sind wir immer freundlich und einladend, oder eher ablehnend und abweisend? Wie handeln wir mit Christen, mit denen wir aus unterschiedlichen Gründen keinen regelmäßigen Umgang haben: Zeigen wir ihnen gegenüber Liebe und behandeln sie zuvorkommend? Wie gehen wir mit den Christen um, die wir gut kennen? Dankbar und Hilfsbereit, freundlich? Und mit unserer eigenen Familie?
„Alles nun, was irgend ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen ebenso!“ (Matthäus 7,12).

Ein Wort zur rechten Zeit

„Goldene Äpfel in silbernen Prunkgeräten: So ist ein Wort, geredet zu seiner Zeit“ (Sprüche 25,11). Das brauchen wir selbst, das brauchen andere. Ein gutes Wort, zur richtigen Zeit am richtigen Ort der richtigen Person in einer gottgemäßen Gesinnung gesagt, wirkt Wunder. Ein falsches Wort kann manches zerstören. Selbst wenn es gut gemeint ist. Wir sollen dadurch nicht Angst bekommen, etwas anderen zu sagen. Aber wir wollen daraus lernen, an der Hand des Herrn Jesus zu gehen, um in der rechten Weise eine Hilfe für andere zu sein.

Mit Fleiß und Neid …

„Der Neid ist meist eine Nummer größer als der Fleiß“, sagte Peter Weck (*1930), österreichischer Schauspieler und Regisseur. Tatsächlich ist der Fleiß auf dem Gebiet, neidisch zu sein, gewaltig. In der Bibel lesen wir: Lasst uns nicht voll eitler Ruhmsucht sein, indem wir einander herausfordern, einander beneiden“ (Galater 5,26).

Es fällt uns so schwer, uns mit anderen zu freuen über das, was der Herr ihnen an natürlichen und geistlichen und sonstigen Gaben anvertraut hat. In unserem Herzen brennt so leicht der Neid, dass wir schnell vergessen können, einfach die Geschenke unseres guten Gottes anzuwenden, die Er uns selbst in seiner Güte anvertraut hat. Dabei gibt es mehr als genug für jeden von uns zu tun. Wir brauchen es nur anzupacken …

Optimisten, Pessimisten

"Optimisten, Pessimisten – letztlich liegen beide falsch. Aber der Optimist lebt glücklicher", sagte einmal Kofi Annan (*1938), der ehemalige UN-Generalsekretär. Aber – so möchte man hinzufügen, ist es besser, in einer glücklichen Illusion zu leben? Was nützt es einem Optimisten, dass er meint, es gehe ihm gut, alles läuft bestens, und nach dem Tod ist alles aus, daher brauche er sich auch keine Gedanken zu machen? Wenn doch die Realität eine komplett andere ist, dass es nämlich Himmel und Hölle gibt, dass sich ein Mensch bekehren muss, um gerettet zu werden! Gott hat uns unmissverständlich mitgeteilt: "Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht" (Hebräer 9,27). Wer diese Botschaft in seinem persönlichen Optimismus übersehen will, mag heute optimistisch leben. Aber er wird das Ziel verfehlen und ewig verloren gehen. Noch heute allerdings bietet Gott seine Gnade an: "Glaube an den Herrn Jesus und du wirst errettet werden, du und dein Haus" (Apostelgeschichte 16,31).

Börsencrashs

Die Börsen spielen im Moment wieder verrückt. An einem Tag gehts 3% nach unten, dann wieder nach oben. Anreiz genug, den schnellen Euro zu verdienen:
„Bemühe dich nicht, reich zu werden, lass ab von deiner Klugheit. Willst du deine Augen darauf hinfliegen lassen, und siehe, fort ist es? Denn sicherlich verschafft es sich Flügel wie ein Adler und fliegt zum Himmel“ (Sprüche, Kapitel 23, Verse 4 und 5).

Diese Bibelverse erinnern mich an ein altes Börsengedicht:
„Die Finanzen sind zerrüttet. An der Börse hat‘s gekracht.
Da hab ich aus meinen Aktien den Kindern Drachen gemacht.
Mit ihnen zog ich zu Felde, wo sanft die Lüfte weh‘n.
So konnt‘ ich meine Aktien noch einmal steigen sehn.“

Was sich hier recht lustig anhört, ist für manchen Christen bittere Wahrheit gewesen. Weil wir uns so schwer tun, auf Gottes Wort zu hören, und weil wir die Warnung des Herrn so leicht nehmen, der uns eindringlich im Alten Testament und auch im Neuen Testament davor warnt, reich werden zu wollen. Oftmals lernen wir nur aus praktischer Erfahrung.

Hoffentlich nicht, indem uns das Geld praktisch zwischen den Fingern zerrinnt …

Wissen

„Ein Wissen, das nicht in die Zukunft reicht, ist kein Wissen“, sagte einmal der deutsche Physiker Hans-Peter Dürr (*1929). Menschen können viel Wissen über die Natur und andere Zusammenhänge erwerben. Aber was nützt es ihnen, wenn es sie nicht in die Zukunft weist?
Das erinnert mich an ein Wort des Herrn, was im direkten Zusammenhang auf etwas anderes weist, hier aber anwendbar erscheint: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt [alles weiß über diese Welt und die Wissenschaft], sich selbst aber verliert oder einbüßt?“ (Lukas 9,25). Nur wenn unser Wissen die Zukunft einbezieht – Himmel und Hölle – ist es wirkliches Wissen! Wissen, das Wert besitzt.

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