Ein Glaubensimpuls für jeden Tag

Autor: Manuel Seibel Seite 1 von 36

Die Tür für das Glück öffnen

"Das Glück kommt zu denen, die es erwarten. Nur müssen sie die Tür auch offen halten", sagte einmal der bekannte deutsche Schriftsteller Thomas Mann. Ich weiß nicht, was er unter "Glück" verstanden hat. Aber wenn wir das einmal auf das biblische "Glück", wahre Freude, anwenden, so ist das so. Wenn ich mich immer mit dem traurigen Zustand der Christen beschäftige, muss ich mich nicht wundern, dass ich keine Freude an Christus, an meiner Rettung, an den Gläubigen, an der Versammlung (Gemeinde, Kirche) erleben werde. Wenn ich aber Christus in meinem Mitgläubigen sehe, wenn ich die göttliche Sicht auf die Versammlung haben – sie ist trotz der heutigen Zerrissenheit immer noch diese "eine, sehr kostbare Perle", dann werde ich dem Glück meine Tür öffnen. Es ist eine Frage der Gesinnung, der Einstellung.
"Wo … ist Christus alles und in allen" (Kolosser 3,11).

Verschwendung

„Wer Gutes tun will, muß es verschwenderisch tun“, sagte der große Reformator Martin Luther (1483-1546) einmal. In der Bibel lesen wir: „Seid niemand irgendetwas schuldig, als nur einander zu lieben“ (Römer 13,8). Wir sind also schuldig zu lieben. Dieser Schuldigkeit dürften wir mit großer Verschwenderhaltung nachkommen. Denn dann ist sie keine Verschwendung, sonder biblische Investition. Davon darf es inmitten der Gläubigen ruhig mehr geben …

Das Lächeln

„Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.“ So heißt eine indische Weisheit. Nun sind solche Sprüche esoterisch oder sonstwie angehaucht … Aber liegt nicht doch ein wahrer Kern darin? Wie oft sind wir auf der Suche nach Liebe von anderen. Wenn wir selbst mehr Liebe geben würden, würde auch mehr Liebe zurückkommen. Wenn ich dankbarer wäre, würde ich nicht auch mehr Dank ernten? Wenn ich anderen freundlicher begegne, würde ich nicht mehr Freundlichkeit ernten?
Auch wenn es noch kein christlicher Grundsatz ist, so ist er doch beherzigenswert: „Alles nun, was irgend ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihr ihnen ebenso“ (Matthäus 7,12). Schenke ein Lächeln – es kann eine ganze Situation verändern.

Grundsätze

"Prinzipien kann man leichter bekämpfen als nach ihnen zu leben", schrieb einmal Alfred Adler (1879-1937), österreichischer Arzt u. Psychologe. Genau das ist auhch meine Erfahrung. Immer wieder hört man Kritik an Grundsätzen der Bibel, an Grundsätzen des Versammlungs- (Gemeinde-) lebens, an Grundsätzen des Königreichs Gottes. Dabei werden wir in Gottes Wort genau dazu aufgefordert. Ein Grundsatz des persönlichen Glaubenslebens ist zum Beispiel, dass wir für Gott und getrennt von der (moralisch bösen) Welt unseren Lebenswandel führen sollen. Wohl uns, wenn wir die Grundsätze kennen und sie dann auch in der Lebenspraxis verwirklichen.

Heimatlos?

„Ohne Heimat sein heißt leiden“, sagte einmal der russische Dichter Fjodor M. Dostojewsky (1821-1881). Wir Christen haben eine Heimat: den Himmel! „Denn unser Bürgertum ist in dem Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Erretter erwarten (Philipper 3,20). Gut, wenn wir uns dieser Heimat mehr bewusst sind. Schlecht, wenn wir gerne eine Heimat im Himmel und eine Heimat auf der Erde haben wollen. Dann hinken wir zwischen zwei Seiten. Das macht unglücklich.

Vorurteile

„Vorurteile sterben ganz langsam, und man kann nie sicher sein, daß sie wirklich tot sind“, sagte einmal ein französischer Schriftsteller. Ist das nicht auch für uns Christen eine Gefahr? Wir haben schon viel Gutes über jemand gehört, oder vielleicht eher Schlechtes. Und er kann dann noch so viel Gutes dann tun – er bleibt vielleicht durch eine einzige, dumme (und verkehrte) Handlung bei vielen im Gedächtnis als unzuverlässig haften.

Der Herr Jesus hat Petrus nicht nur eine zweite, sondern eine dritte und vierte Chance gegeben. Gott hat dasselbe mit Jakob getan. Und Paulus hat auch Johannes Markus eine zweite Chance gegeben. Man könnte fortfahren. Wir wollen unsere Vorurteilskammer einmal durchforsten und mit ihr aufräumen.

In kleinen Dingen

„Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch Vernachlässigung kleiner Dinge“, sagte einmal Wilhelm Busch (1832 – 1908). Wenn man für „Glück“ einmal „Freude“ einsetzt. Es kommt nicht auf die großen Dinge an, sondern auf die kleinen, die alltäglichen. Wer da seinem Ehepartner oder seinen Mitmenschen gegenüber „aufmerksam“ ist, der wird viel Freude bewirken. Paulus konnte einmal sagen: „Wir sind Mitarbeiter an eurer Freude“ (2. Kor 1,24). Ob wir in dieser Woche Mitarbeiter an der (wahren) Freude von anderen sind?

Tempo drosseln

„Wenn man in die falsche Richtung läuft, hat es keinen Zweck, das Tempo zu erhöhen“, sagte einmal Birgit Breuel, Politikerin und Präsidentin der Treuhandanstalt. Ist es nicht so, dass wir als Christen manchmal genau so vorgehen? In unserem Eigensinn gehen wir einen Weg. Wir werden gewarnt oder ermahnt, aber statt innezuhalten, rennen wir mit erhöhter Geschwindigkeit in die Irre. Was taten denn Elia, Petrus, Salomo, Joas und viele andere? Tempo und Druck erhöhen, statt Tempo herausnehmen und einmal nüchtern und besonnen über den eigenen Standpunkt nachdenken.
„Denkt in eurem Herzen nach auf eurem Lager und seid still!“ (Psalm 4,5). „Du aber steh jetzt still, dass ich dich das Wort Gotes hören lasse“ (1. Samuel 9,27).

Müßiggang

„Von Arbeit stirbt kein Mensch, aber von Ledig- und Müßiggehen kommen die Leute um Leib und Leben; denn der Mensch ist zum Arbeiten geboren wie der Vogel zum Fliegen“, sagte einmal der deutsche Reformator Martin Luther (1483-1546). Dass er recht hat, wissen wir aus der Geschichte Davids mit Bathseba (2. Samuel 11). Und der Apostel Paulus fordert die Thessalonicher nicht umsonst mehrfach auf zu arbeiten. Wir haben es nötig zu arbeiten. Auch wenn die Arbeit zuweilen sehr hart sein kann, ist sie doch zugleich ein Segen für uns, dass wir nicht „auf dumme Gedanken“ kommen. Wir wollen versuchen, mehr den Segen (als die Plage) in unserer Arbeit zu sehen, ohne dass wir uns nur noch ausstrecken nach den Dingen des Arbeitslebens … „Was irgend ihr tut, arbeitet von Herzen, als dem Herrn und nicht den Menschen“ (Kolosser 3,23).

Der Kaiser und der einfache Mann

"Ob eines Kaisers oder eines einfachen Mannes Leben, stets ist es allem ausgesetzt, was Menschen begegnen kann", schrieb einmal Michel Eyquem de Montaigne (1533 -1592). Denn im Leben sind wir alle "gleich". Jeder Mensch bekommt die Chance, sich zu bekehren und Jesus Christus anzunehmen. Niemand ist hier bevorzugt, niemand benachteiligt. Denn Gott ist gerecht und wird nicht zulassen, dass Kinder ungläubiger Eltern einen Nachteil haben. Auch Höhen und Tiefen gibt es in jedem Leben, Herausforderungen und Ruhephasen. Die Frage ist, wie wir diese nutzen. "Ich weiß sowhl erniedrigt zu sein, als ich weiß Überfluss zu haben; in jedem und in allem bin ich unterwiesen, sowohl satt zu sein als zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als Mangel zu leiden" (Philipper 4,12). Die Frage für uns Christen ist, ob wir uns in allem auf unseren Herrn stützen, oder ob wir beginnen, uns zu beklagen und gegen Gottes Wege aufzulehnen. Das wird uns letztendlich krank machen.

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