Ein Glaubensimpuls für jeden Tag

Autor: Manuel Seibel Seite 1 von 36

Offene Hände

„Das Wohltun aber und Mitteilen vergesst nicht, denn an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen“ (Hebräer 13,16). Die vielen Sammelaktionen für Opfer in Haiti erinnern uns daran, dass auch wir „sammeln“ dürfen, und zwar besonders für Gläubige, die in äußerer Not leben. Wir dürfen ruhig einmal daran denken, bevor wir uns das zweite oder dritte … kaufen wollen, ob wir nicht auch einen Auftrag haben, anderen mitzuteilen, die bei weitem nicht so viel haben wie wir oder in Not leben. Solche Christen gibt es in Deutschland und weit darüber hinaus.

Applaus – Kritik

„Erfolg hört nur auf Applaus. Für alles andere ist er taub“, schrieb einmal der jüdische Schriftsteller Elias Canetti (1905-1994, Literaturnobelpreis 1981). Trifft das nicht auch auf uns Christen zu? Zustimmung hören wir gerne und fühlen uns geschmeichelt. Aber Kritik – egal, ob sie berechtigt ist oder vielleicht aus falschen Motiven heraus geäußert wird, egal, ob sie uns direkt gesagt wird oder hinter dem Rücken, wollen wir nicht hören oder wahrhaben. Wir wollen korrekturfähig bleiben – für Christen und besonders für uns, die wir Diener sind – und das sind ja alle Christen, ist das außerordentlich wichtig.

Ein echtes Vorbild ist hier Apollos! Wir lesen in Apostelgeschichte: „Ein gewisser Jude aber, mit Namen Apollos, aus Alexandrien gebürtig, ein beredter Mann, der mächtig war in den Schriften, kam nach Ephesus. Dieser war in dem Weg des Herrn unterwiesen und brennend im Geist, redete und lehrte er sorgfältig die Dinge von Jesus, obwohl er nur die Taufe des Johannes kannte … Als aber Priszilla und Aquila ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes genauer aus. Als er aber nach Achaja reisen wollte …“ (Kapitel 18, Vers 24 bis 27). Dieser begabte Mann ließ Kritik zu – und lernte daraus und fuhr in seinem Dienst vor.

Feigenblätter

In der letzten Woche wurde bekannt, dass junge Leute deutlich konsequenter beim sexuellen Verkehr an das Verhüten denken als in früheren Jahren. Das wurde in den Medien groß herausgestellt und gelobt. Mich erinnert das an den Versuch von Adam und Eva, die Folgen ihrer Sünde mit Feigenblättern zu überkleiden. Sie waren Gott ungehorsam gewesen, indem sie vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen gegessen hatten. Dadurch erkannten sie zum ersten Mal, dass sie nackt waren. Der Versuch scheiterte – Gott offenbarte Adam und Eva ihre Sünde – und vor Gott hatten sie auch mit Feigenblättern Angst.
Auch heute wird der Versuch, die gesundheitlichen Folgen der Sünde außerehelichen Geschlechtsverkehrs – nämlich Nachwuchs und Krankheiten wie Aids – zu verhindern, scheitern. Zuweilen verhinderte man weder ein Kind noch eine Krankheit. Und die Schuldgefühle kann man mit Verhütungsmethoden ohnehin nicht entsorgen. „Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“ (Hebräer 9,27).

Mitfreuen

"Freude lässt sich nur voll auskosten, wenn sich ein anderer mitfreut", sagte Mark Twain einmal. Ob man das "nur" stehenlassen muss, ist sicher zweifelhaft. Aber Freude ist schöner, wenn man sie teilen kann! "Wenn ein Glied verherrlich twird, so freuen sich alle Glieder mit" (1. Korinther 12,26). Das gilt aber nicht nur für uns untereinander. Gott wollte seine Freude am Sohn, am Herrn Jesus, nicht ewig allein besitzen. Daher hat Er aus uns, die wir Sünder waren, Kinder Gottes gemacht. Das muss man sich einmal vorstellen: Wir dürfen an Gottes Freude Anteil haben, uns mit Ihm mitfreuen. Gewaltige Würde, die Gott uns schenkt.

Kinder

„Ein Land mit Kindern ist ein Land mit Zukunft. Kindern Leben zu schenken, sie groß zu ziehen, ist dem Tun des Försters vergleichbar, der einen Baum pflanzt und weiß: Wenn dieser Baum Schatten spendet, wird er selbst nicht mehr sein“, sagte einmal der ehemalige deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl.

Kinder sind eine Ermutigung und Prüfung, Freude und mahnen zur Zurückhaltung zugleich, ein Segen und nicht selten eine Mahnung, Ermunterung und Spiegel des eigenen Charakters. Gott hat sie uns geschenkt – so freuen wir uns auf und über jedes einzelne Kind.

„Der Segen des HERRN, er macht reich“ (Sprüche 10,22).

Liebe mitgeben

Dieser Tage las ich von einem US-Model, die sagte: „Das größte Geschenk, das mir meine Mutter gegeben hat, ist ihre bedingungslose Liebe zu mir.“ Zwar bin ich der Meinung, dass es etwas noch Größeres gibt, was wir als Eltern unseren Kindern mitgeben können – nämlich das Evangelium der Gnade Gottes. Aber davon abgesehen wäre es schön, wenn unsere Kinder von uns sagen könnten und würden: Bei meinen Eltern habe ich bedingungslose Liebe zu mir gelernt.

„sie unterweisen …, ihre Kinder zu lieben“ (Tit 2,4).

Bekennen oder gestehen

In diesen Tagen ging es im Fahrradsport hoch her. Eine Beichte folgte der vorherigen. Es betraf bislang nur die Telekom-Fahrer. Es ist wohl auszuschließen, dass nur die Telekomfahrer betroffen sind. Aber noch gibt es von anderen Rennställen keine vergleichbaren Geständnisse.
Uns allen fällt es viel leichter, etwas zu gestehen, was wir sowieso nicht mehr leugnen können. Ein Bekenntnis aber geht viel weiter. Da nennt man eine Sünde, die so noch nicht bekannt war. Und man beugt sich unter das falsche Handeln, das man lässt.
Aber schon in der Bibel gibt es manche Fälle, wo es sich nur um ein Geständnis handelte. Wie war das bei Achan (Josua 7), als er zugab, dass er aus Jericho einen Mantel und 200 Sekel Silber und eine goldene Stange mitgehen ließ, obwohl Gott das ausdrücklich verboten hatte? Erst als das Los auf ihn gefallen war, gab er seine Verfehlung zu.
Oder bei David, als er mit Bathseba Ehebruch begangen hatte? Spätestens, als das Kind unterwegs war, hätten bei ihm alle Alarmglocken klingeln müssen. Aber er ist (noch) nicht bereit, seine Schuld vor Gott und vor Urija, einem seiner Helden, zu bekennen.
Und der erste Mensch? Erst, als Gott zu ihm kam, war er bereit, über das zu reden, was er zusammen mit seiner Frau verbrochen hatten. Und da auch noch nicht einmal sofort. Zunächst versuchten sie, sich zu entschuldigen und die Sache zu verdecken.
So etwas geht nie gut! Wir sollten für uns daraus lernen, dass wir aufrichtig sein sollten und auch ein aufrichtiges Bekenntnis ablegen sollten, wenn wir merken, dass wir gesündigt haben.

Menschen von der besten Seite kennenlernen

„Wer Heiratsgesuche, Stellenbewerbungen und Grabinschriften liest, lernt die Menschheit von ihrer besten Seite kennen“, sagte einmal der deutsche Schauspieler Georg Thomalla (1915-1999). Ist da nicht zumindest ein wahrer Kern vorhanden? Wie oft stellen wir uns besser dar, als wir sind (Stellenbewerbungen). Wie oft schmeicheln wir uns und anderen, anstatt die Wahrheit zu reden? „Deshalb, da ihr die Lüge abgelegt habt, redet Wahrheit, jeder mit seinem Nächsten, denn wir sind Glieder voneinander“ (Epheser 4,25). Wir wollen uns befleißigen, weder uns in ein zu gutes (und damit falsches) Licht zu stellen, noch dies bei unseren Kindern etc. zu tun. Ehrlichkeit währt am längsten.

Liebe erwartet nichts

"Liebe erblüht im Staunen einer Seele, die nichts erwartet und sie stirbt an der Enttäuschung des Ichs, das alles fordert", sagte einmal Gustave Flaubert (1821-1880), ein französischer Schriftsteller. Tatsächlich wird die eheliche Liebe nur dann wirklich funktionieren, wenn wir nicht das eigene Ich suchen – wie zum Beispiel die Selbstbefriedigung es tut – sondern die Bedürfnisse des Gegenüber. Dann erwartet man nichts, sondern erblüht im Staunen und Geben. Das gerade ist der Auftrag Gottes an uns Ehemänner: "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Versammlung (Gemeinde) geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat" (Epheser 5, 25). Das ist das Höchste: absolute Selbstaufgabe. Darin ist unser Herr unser dauerhaftes Vorbild und zugleich unser Maßstab.

Vertrauenswürdig

„Lieber Geld verlieren als Vertrauen“, sagte Robert Bosch, Gründer der Firma Bosch, einmal. Gerade für uns christen ist das eine wichtige Botschaft. Wenn Menschen kein Vertrauen mehr zu uns haben, brauchen wir mit keiner Botschaft mehr zu kommen. Meine Arbeitskollegen werden mein christliches Bekenntnis nur dann ernst nehmen, wenn ich nicht um alles in der Welt und auf ihre Kosten nach Höherem strebe. Meine Nachbarn werden mir nur dann meine christliche Botschaft abnehmen, wenn ich im Verhältnis zu ihnen bereit bin, zurückzustecken und zu verzichten.

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