Bibel-Blog

Ein Glaubensimpuls für jeden Tag

Autor: Manuel Seibel Seite 2 von 36

Leben in Gott

"Leben in Gott ist frei sein in ihm", schrieb einmal ein Pädagoge und Philosoph des 19. Jahrhunderts. Was auch immer er darunter verstanden haben mag: Das Leben in Gott ist für einen Christen wirklich Freiheit. Denn es setzt voraus, dass er Leben aus Gott hat, ewiges Leben. Und wer dieses Leben durch die neue Geburt besitzt, der kann Gemeinschaft pflegen mit dem ewigen Gott. Der hat Freude an denselben Dingen wie Gott – besonders ans dessen Sohn – Jesus Christus. Das ist wahre Freiheit – Freude an göttlichen Personen und Dingen zu haben, die Gott wichtig sind. Diese christliche Freiheit muss allerdings verwirklicht werden …
"Und zwar ist unsere Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude völlig sei" (1. Johannes 1,3.4).

Der Kutscher sieht klar

„Wenn nur der Kutscher klar sieht, dann wird auch mit blinden Pferden das Ziel erreicht“, sagte einmal ein österreichischer Schauspieler des 19. Jahrhunderts. Ist das nicht auch für uns wahr? Wir wissen nicht, was im neuen Jahr auf uns zukommen wird. Es ist manchmal wie in einem Nebel. Und kommen wir uns nicht auch zuweilen wie blinde Pferde vor, die nicht klar sehen? Wie gut, dass unser „Kutscher“, unser Herr Jesus, oder auch unser Führer, der Heilige Geist, einen vollkommenen Blick für alles haben, was auf uns zukommen wird. Ihnen dürfen wir in allem vertrauen.

„Du hast durch deine Güte geleitet das Volk, das du erlöst, hast es durch deine Stärke geführt zu deiner heiligen Wohnung“ (2. Mose 15,13).

Zu wichtig für kleinere Arbeiten

Heute las ich das folgende Zitat eines französichen Schauspielers und Regisseurs: „Wer sich zu wichtig für kleinere Arbeiten hält, ist meistens zu klein für wichtige Arbeiten.“ Ich glaube, das gilt auch für unser Glaubensleben. Wer sich als Ehemann für zu wichtig hält, die Spülmaschine ein- oder auszuräumen (so er denn gelassen wird :-) ), der ist zu klein für größere Arbeiten im Reich Gottes. Wer sich zu schade ist für den örtlichen Büchertisch, für die Bibelandacht in der Familie, für das persönliche Gespräch mit einem Einzelnen, für den Besuch eines „kleinen“ Zusammenkommens, der ist für andere Dinge ebenfalls zu klein.

Es ist nicht nur so, dass alles klein anfängt. Das Kleine bleibt aber auch immer erhalten! Sonst geht das Größere, nach dem wir gar nicht streben sollten, auch ganz schnell verloren.

„Denn wenn jemand meint, etwas zu sein, da er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst“ (Galater 6,3).

Mitfreuen

"Freude lässt sich nur voll auskosten, wenn sich ein anderer mitfreut", sagte Mark Twain einmal. Ob man das "nur" stehenlassen muss, ist sicher zweifelhaft. Aber Freude ist schöner, wenn man sie teilen kann! "Wenn ein Glied verherrlich twird, so freuen sich alle Glieder mit" (1. Korinther 12,26). Das gilt aber nicht nur für uns untereinander. Gott wollte seine Freude am Sohn, am Herrn Jesus, nicht ewig allein besitzen. Daher hat Er aus uns, die wir Sünder waren, Kinder Gottes gemacht. Das muss man sich einmal vorstellen: Wir dürfen an Gottes Freude Anteil haben, uns mit Ihm mitfreuen. Gewaltige Würde, die Gott uns schenkt.

Schuften – für nichts?

"In unserer Jugend schuften wir wie Sklaven, um etwas zu erreichen, wovon wir im Alter sorgenlos leben könnten: Und wenn wir alt sind, sehen wir, dass es zu spät ist, so zu leben", sagte einmal ein englsicher Schriftsteller und Satiriker. Ist es nicht so, dass wir unsere Kräfte manchmal sinnlos ausgeben zur Zeit, wo wir wirklich Kraft haben, in der Hoffnung, dass wir später einmal davon irgendetwas an Nutzen haben? Natürlich haben wir Verantwortung für Familie und in gewissem Sinn sollen wir auch Vorsorge treffen. Aber warum geben wir unsere besten Jahre und die beste Kraft irdischen Dingen – verbunden mit Hoffnungen für ein Morgen, dessen Erreichen gar nicht in unserer Macht steht? Der Gemeinde in Ephesus wird gesagt: "Du hast deine erste Liebe verlassen." Die beste Liebe, die beste, erste Kraft, die erste Hingabe gehört Christus – und Ihm allein. Sollten wir nicht wieder mehr an Ihn denken – auch in dieser Woche, wenn wir meinen, noch eine Stunde mehr arbeiten zu sollen? (Manchmal können wir nichts dafür, was uns auferlegt ist. Aber oft könnten wir ein stückweit zurückstecken – wenn wir bereit sind, den Ansehensverlust auf uns zu nehmen und die nächste Karriereleiter einem anderne zu überlassen …)

Gott begegnen

„Schicke dich an, deinem Gott zu begegnen“ (Amos 4,12). Wenn ein Mensch noch keine Beziehung zu Gott hat, hat er bis heute noch Zeit, sich zu bekehren und die Voraussetzung zu schaffen, dass er Gott nicht als Richter sondern Retter kennenlernt. Die Gnadenzeit ist bald vorbei – Schicke dich an …

Für uns, die wir an den Herrn Jesus glauben, wird es diese Begegnung geben. Darauf freuen wir uns. Wirklich? Oder ist noch etwas in Deinem Leben, was zwar im Blick auf die Ewigkeit geregelt worden ist, nicht jedoch im Blick auf Dein praktisches Glaubens- und Vertrauensleben mit Gott, Deinem Vater? Wenn wir es nicht hier auf der Erde in Ordnung bringen, wird es uns am Richterstuhl noch einmal begegnen. Ein ernster Gedanke.

Bruderstreit

Heute gab es einen interessanten Kommentar zu einem Streit im Tennisbund. Die beste Spielerin darf nicht spielen, weil ein alter Streit nicht bereinigt wird. Keiner geht auf den anderen zu, obwohl beide wissen, dass der Streit zu Lasten beider Seiten geht. Dazu heißt es u.a.: „Vielleicht hat irgendjemand im DTB ja Kinder und schaut mal im Bücherschrank nach. Denn so verschwinden die Streithammel auf der Schulter nie, das weiß jedes Kind.“

Ob es unter Christen nicht auch oft Streit gibt, der längst hätte bereinigt werden können, wenn wir uns nicht wie Kinder benähmen – oder sogar schlimmer als diese? Einen Schritt auf den anderen zuzugehen ist keine Schwäche, sondern einsichtig, wichtig, richtig und letztlich Stärke.

„Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!“ (Psalm 133, Vers 1).

Der Kaiser und der einfache Mann

"Ob eines Kaisers oder eines einfachen Mannes Leben, stets ist es allem ausgesetzt, was Menschen begegnen kann", schrieb einmal Michel Eyquem de Montaigne (1533 -1592). Denn im Leben sind wir alle "gleich". Jeder Mensch bekommt die Chance, sich zu bekehren und Jesus Christus anzunehmen. Niemand ist hier bevorzugt, niemand benachteiligt. Denn Gott ist gerecht und wird nicht zulassen, dass Kinder ungläubiger Eltern einen Nachteil haben. Auch Höhen und Tiefen gibt es in jedem Leben, Herausforderungen und Ruhephasen. Die Frage ist, wie wir diese nutzen. "Ich weiß sowhl erniedrigt zu sein, als ich weiß Überfluss zu haben; in jedem und in allem bin ich unterwiesen, sowohl satt zu sein als zu hungern, sowohl Überfluss zu haben als Mangel zu leiden" (Philipper 4,12). Die Frage für uns Christen ist, ob wir uns in allem auf unseren Herrn stützen, oder ob wir beginnen, uns zu beklagen und gegen Gottes Wege aufzulehnen. Das wird uns letztendlich krank machen.

Liebe erwartet nichts

"Liebe erblüht im Staunen einer Seele, die nichts erwartet und sie stirbt an der Enttäuschung des Ichs, das alles fordert", sagte einmal Gustave Flaubert (1821-1880), ein französischer Schriftsteller. Tatsächlich wird die eheliche Liebe nur dann wirklich funktionieren, wenn wir nicht das eigene Ich suchen – wie zum Beispiel die Selbstbefriedigung es tut – sondern die Bedürfnisse des Gegenüber. Dann erwartet man nichts, sondern erblüht im Staunen und Geben. Das gerade ist der Auftrag Gottes an uns Ehemänner: "Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch der Christus die Versammlung (Gemeinde) geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat" (Epheser 5, 25). Das ist das Höchste: absolute Selbstaufgabe. Darin ist unser Herr unser dauerhaftes Vorbild und zugleich unser Maßstab.

Die Lebensuhr

"Wandelt in Weisheit gegenüber denen, die draußen sind, die gelegene Zeit auskaufend" (Kolosser 4,5). "Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht" (Hebräer 4,7).

Johann Gabriel Seidl (1804-1875)

Ich trage, wo ich gehe,
Stets eine Uhr bei mir;
Wieviel es geschlagen habe,
Genau seh ich an ihr.

Es ist ein großer Meister,
Der künstlich ihr Werk gefügt,
Wenngleich ihr Gang nicht immer
Dem törichten Wunsche genügt.

Ich wollte, sie wäre rascher
Gegangen an manchem Tag;
Ich wollte, sie hätte manchmal
Verzögert den raschen Schlag.

In meinen Leiden und Freuden,
In Sturm und in der Ruh,
Was immer geschah im Leben,
Sie pochte den Takt dazu.

Sie schlug am Sarge des Vaters,
Sie schlug an des Freundes Bahr,
Sie schlug am Morgen der Liebe,
Sie schlug am Traualtar.

Sie schlug an der Wiege des Kindes,
Sie schlägt, will's Gott, noch oft,
Wenn bessere Tage kommen,
Wie meine Seele es hofft.

Und ward sie auch einmal träger,
Und drohte zu stocken ihr Lauf,
So zog der Meister immer
Großmütig sie wieder auf.

Doch stände sie einmal stille,
Dann wär's um sie geschehn,
Kein andrer, als der sie fügte,
Bringt die Zerstörte zum Gehn.

Dann müßt ich zum Meister wandern,
Der wohnt am Ende wohl weit,
Wohl draußen, jenseits der Erde,
Wohl dort in der Ewigkeit!

Dann gäb ich sie ihm zurücke
Mit dankbar kindlichem Flehn:
Sieh, Herr, ich hab nichts verdorben,
Sie blieb von selber stehn.

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