Ein Glaubensimpuls für jeden Tag

Autor: Manuel Seibel Seite 2 von 36

Bis nachher! Aber da ist kein Nachher mehr …

Heute hat die Witwe eines RAF-Mordopfers das erste Mal seit 35 Jahren öffentlich ihre Empfindungen nach dem Mord an ihrem Mann artikuliert. Besonders beeindruckt hat mich, wie sie davon sprach, dass sie Minuten vor dem Tod ihres Mannes, der Polizist war, von ihm hörte: „Bis nachher.“ Sie sagte im Interview: „Das ist das Schreckliche, dieser plötzliche Schnitt. Wir hatten uns abends verabschiedet, und man sagt: ‚Bis nachher!‘ Aber da ist dann kein Nachher mehr.“

So etwas ist keine Drohung, aber der Erfahrungsbericht aus der Realität. Deshalb, auch deshalb sagt Gott uns Menschen: „Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtete eure Herzen nicht“ (Hebräer 3,8). Denn das „Heute“ kann heute noch vorbei sein. Und dann? Auch für Christen gilt, dass sie dann die Dinge nicht mehr in Ordnung bringen können auf der Erde, die es noch zu regeln gibt!

Wenige Worte

„Worte sind wie Laub – wo sie im Übermaß sind, findet man selten Früchte darunter“, sagte einmal Alexander Pope (1688-1744), ein englischer Schriftsteller. Kann es nicht auch bei uns manchmal so sein, dass einem Schwall von Worten eine Wüste von Gedanken gegenübersteht?

Mit Worten kann man ermuntern und auch verletzen. Mit Worten kann man anregen und auch langweilen. Was unsere Beziehung zu Gott betrifft, sagt uns der Prediger: „Sei nicht vorschnell mit deinem Mund, und dein Herz eile nicht, ein Wort vor Gott hervorzubringen; denn Gott ist im Himmel, und du bist auf der Erde: darum seien deiner Worte wenige“ (Prediger 5,2). Nicht, dass wir nicht zu Gott sprechen dürfen. Wir dürfen es sogar freimütig tun. Aber wir sollen uns doch bewusst sein, mit wem wir es zu tun haben. Er ist nicht unseres gleichen! Das müssen wir einfach bedenken.

Und wenn es um unsere Mitmenschen und Mitchristen geht, wollen wir bedenken, dass auch dann unsere Worte so sein sollten, dass sie vor Gott Bestand haben können.

Erforsche mich!

„Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken!“ David konnte diese Bitte aussprechen (Psalm 139,23), weil er in diesem Moment ein freies, unbelastetes Gewissen hatte.
Ist das heute wirklich unser Wunsch, dass unser Gott und durch und durch erforscht? Wenn nicht, sollten wir das bekennen, was uns innerlich beklemmt. Wenn es unser Wunsch ist, dann dürfen wir Gott danken und in seinem Licht unser Leben weiterführen. Wir haben es mit einem guten Gott zu tun!

Keine Gegengabe erwarten

„Die wirkliche Liebe beginnt, wo keine Gegengabe mehr erwartet wird“, schrieb einmal Antoine de Saint-Exupéry (1900-44), französischer Flieger und Schriftsteller. Ist das nicht das Wesen Gottes: „Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist“ (Röm 5,8). Gott konnte von uns nichts als Gegenleistung erwarten – Er hat uns alles gegeben. So dürfen auch wir, die wir durch Gottes Gnade als Erlöste seine Natur geschenkt bekommen haben, lieben. Und zwar lieben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten oder zu erhoffen. Die Liebe liebt, weil sie Liebe ist. Das allerdings ist ein hoher Anspruch für unser Leben …

Vergangenheit – Zukunft

"Alt ist man dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft." So die Gedanken eines Schweizer Schrifstellers des 20. Jahrhunderts. Im natürlichen Bereich ist das sicher so – und als etwas Jüngerer kann man darüber sogar schmunzeln. Aber für Christen sollte in diesem Sinn IMMER gelten, dass wir mehr Freude im Blick auf die Zukunft als an der Vergangenheit haben. Denn das Größte liegt noch vor uns allen: dass wir den Herrn Jesus sehen werden, wie Er ist. Was wird das für ein Augenblick sein, wenn wir Ihn das erste Mal mit unseren Augen sehen werden. Aber freuen kann sich auf diesen Moment nur derjenige, der seine Beziehung zu Gott in Ordnung gebracht hat und der als Christ nichts hat, was zwischen ihm und Gott, dem Vater, steht.

Der Tod ist total demokratisch

"Von 100 Menschen sterben 100. Der Tod ist total demokratisch. Er packt den Josef Ackermann genauso wie den Arbeiter von der Müllabfuhr", sagte kürzlich Heiner Geißler (*1930), ehemaliger CDU-Generalsekretär und Bundesminister. Ja, das ist tatsächlich. Der Tod kommt – und dann? "Und ebenso wie es den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht …" (Hebräer 9,27). Was dann? Wo wirst Du dann sein?

Wissen

„Ein Wissen, das nicht in die Zukunft reicht, ist kein Wissen“, sagte einmal der deutsche Physiker Hans-Peter Dürr (*1929). Menschen können viel Wissen über die Natur und andere Zusammenhänge erwerben. Aber was nützt es ihnen, wenn es sie nicht in die Zukunft weist?
Das erinnert mich an ein Wort des Herrn, was im direkten Zusammenhang auf etwas anderes weist, hier aber anwendbar erscheint: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt [alles weiß über diese Welt und die Wissenschaft], sich selbst aber verliert oder einbüßt?“ (Lukas 9,25). Nur wenn unser Wissen die Zukunft einbezieht – Himmel und Hölle – ist es wirkliches Wissen! Wissen, das Wert besitzt.

Eigenartig

Eigenartig, dass heute solche Zusammenkommen Hochkonjunktur hatten, die Abendmahl und Wortverkündgung hintereinander am Vormittag hatten. Und dass die Orte, wo die Wortverkündigung „rechtzeitig“ stattfindet, auch in besonderem Maß Zuspruch erhalten. Eigenartig, wenn nicht …

„Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit …“ (Matthäus 6,33).

Kinder durchs Leben tragen

"Eltern sind nicht dazu da, Kinder durchs Leben zu tragen", sagt ein deutscher Schriftsteller. Und er hat recht. Gott hat uns Eltern nicht die Aufgabe gegeben, unsere Kinder von jeder Verantwortung zu befreien. Im Gegenteil. Wir sollen unsere Kinder an die Übernahme von Verantwortung heranführen. Natürlich muss kein zweijähriges Kind große Verantwortung tragen. Aber Schulkinder können vertragen, ja haben es nötig, nach und nach mehr Verantwortung zu übernehmen. Das ist ein Aspekt einer Erziehung in Weisheit. "Ihr Väter" (und hier sind die Mütter zweifellos eingeschlossen), "zieht sie [eure Kinder] auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn" (Epheser 6,3). Aufziehen beinhaltet, sie zu einem Leben mit dem Herrn Jesus zu erziehen und ihnen Aufgaben zu übertragen, die sie fähig machen, nach und nach zu einem eigenständigen Leben (in Abhängigkeit von Gott) zu kommen.

Die Wahrheit kommt irgendwann ans Licht

Jetzt hat erneut ein ehemaliger Radsport-Profi ausgepackt. Bert Dietz berichtete gestern, wie das EPO-Doping im Team Deutsche Telekom eingeführt worden ist. Mal sehen, wie lange die anderen damligen Profis noch schweigen oder leugnen werden. Denn aus vielfacher Erfahrung wissen wir: Die Wahrheit kommt doch irgendwann ans Licht. Spätestens am Richterstuhl des Christus (2. Korintherbrief, Kapitel 5, Vers 10). Aber auch schon heute kommen viele Lügen und Heucheleien früher oder später ans Tageslicht. Unaufrichtigkeit mag sich kurzfristig scheinbar lohnen. Auf Dauer ist es mindestens ein Eigentor. Für einen Christen kann es sogar sehr peinlich werden, wenn er betroffen ist! Das wissen wir zum Beispiel aus dem Leben Abrahams.
„Die Bahn der Aufrichtigen ist: vom Bösen weichen; wer seinen Weg bewahrt, behütet seine Seele“ (Sprüche 16, Vers 17).

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