Ein Glaubensimpuls für jeden Tag

Tag: 28. April 2017

Komm und sieh!

Sich bei dem Herrn aufzuhalten und bei ihm zu bleiben, bedeutet, bei der Person zu sein, die dich mit einer Liebe liebt, die allen Verstand übersteigt.

Es bedeutet, bei der Person zu sein, die dir wahre Freude und echten Frieden geben will.

Es bedeutet aber auch, bei der der Person zu sein, die in dieser Welt verachtet ist, es bedeutet, bei ihm außerhalb des Lagers zu sein und seine Schmach zu tragen (Heb 13,13).

Aber ist er es nicht wert?!

Komm und sieh! Sieh, wo er sich aufhält und bleibe bei ihm!

Immer wieder die Frage nach dem Sinn…

Jeder Mensch wird einmal über den Sinn des Lebens nachdenken. Wenn er es tut, kommen ihm, wenn er ehrlich ist, wahrscheinlich ähnliche Gedanken wie dem Prediger in der Bibel, Buch des Predigers, Kapitel 1 Vers 2-11:

Eitelkeit der Eitelkeiten!, spricht der Prediger; Eitelkeit der Eitelkeiten! Alles ist Eitelkeit. Welchen Gewinn hat der Mensch bei all seiner Mühe, womit er sich abmüht unter der Sonne? Ein Geschlecht geht, und ein Geschlecht kommt; aber die Erde besteht ewiglich.  […]

Alle Dinge mühen sich ab: Niemand vermag es mit Worten völlig zu erschöpfen. Das Auge wird des Sehens nicht satt, und das Ohr nicht voll vom Hören. Das, was gewesen, ist das, was sein wird; und das, was geschehen, ist das, was geschehen wird. Und es ist gar nichts Neues unter der Sonne. Gibt es ein Ding, von dem man sagt: Siehe, das ist neu, längst ist es gewesen in den Zeitaltern, die vor uns gewesen sind. Da ist kein Andenken an die Früheren; und für die Nachfolgenden, die sein werden, für sie wird es auch kein Andenken bei denen geben, die später sein werden.

Doch es gibt eine andere Sicht auf den Lauf der Dinge, wenn man Gott hineinbringt und erkennt, dass Er dem Leben einen Sinn geben will. Das hat Eleonore Fürstin von Reuß erkannt, die das Treiben der Menschen ebenso wie der Prediger bewertet, aber einen Standpunkt einnimmt, der dem Herzen wahre Ruhe gibt.  Sie dichtete folgendes Lied:

Ich bin durch die Welt gegangen, und die Welt ist schön und groß,
und doch ziehet mein Verlangen mich weit von der Erde los.

Ich habe die Menschen gesehen, und sie suchen spät und früh,
sie schaffen, sie kommen und gehen, und ihr Leben ist Arbeit und Müh.

Sie suchen, was sie nicht finden, in Liebe und Ehre und Glück,
und sie kommen belastet mit Sünden und unbefriedigt zurück.

Es ist eine Ruh vorhanden für das arme müde Herz;
sagt es laut in allen Landen: Hier ist gestillet der Schmerz.

Es ist eine Ruh gefunden für alle, fern und nah,
in des Gotteslammes Wunden, am Kreuze auf Golgatha!

Diese Ruhe will Gott auch heute noch den Menschen schenken – wenn sie nur wollen!

Die „Trauer“ Gottes

In manchen Versen im Alten Testament und auch in den Worten des Herrn Jesus kommt die Trauer Gottes über die Widerspenstigkeit seines Volkes hervor. Es sind Ausrufe des Schmerzes und der Traurigkeit, wie zum Beispiel in Psalm 81,14:

„O dass mein Volk auf mich gehört hätte, dass Israel in meinen Wegen gewandelt wäre!“

Die Empfindungen dessen, der dieses Volk mit starker und gnädiger Hand aus Ägypten geführt und in das verheißene Land geführt hat, offenbaren sich hier. An einer anderen Stelle lesen wir von der Klage Gottes: „Ich habe Kinder großgezogen und auferzogen, sie sind von mir abgefallen! Ein Ochse kennt seinen Besitzer und ein Esel die Krippe seines Herrn; Israel hat keine Erkenntnis, mein Volk hat kein Verständnis“ (Jes 1,2.3). Der Herr Jesus, der verworfene König Israels, klagt in Matthäus 23,37: „Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!“

Rührt uns das an? So muss unser Herr sprechen über sein Volk! Sieht Er heute sein Volk auf der Erde in einem besseren Zustand? Leider nein! Aber es geht auch um dich und mich persönlich. Sieht Er dich und mich in einem besseren Zustand? Wie oft muss Er ebenso über mich sprechen: „O dass er doch auf mich gehört hätte…“! Wie wenig Verständnis haben wir oft für diese seine Empfindungen, wie wenig Erkenntnis über seinen Schmerz unserer Wege wegen.

Der Herr schenke dir und mir die Gnade, dass Er heute nicht so über uns klagen muss, sondern dass wir heute ein Leben führen, das zu seiner Freude und Verherrlichung ist – und zu unserem Segen, denn Psalm 81 endet: „…mit dem Fett des Weizens hätte er es gespeist, und mit Honig aus dem Felsen hätte ich dich gesättigt“.

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