Ein Glaubensimpuls für jeden Tag

Monat: Juni 2017 Seite 1 von 5

Wie du mir, so ich dir

Dieses Sprichwort prägt nur allzu oft das Verhalten der Menschen. Unabhängig davon, ob mir Gutes oder Schlechtes angetan wurde, ist dieses Denken nicht nachahmenswert. Gebe ich meinem Nächsten immer nur gerade soviel Liebe, wie ich von ihm erhalte? Nehme ich Rache, wenn mein Nächster mir Böses angetan hat?

„Sprich nicht: Wie er mir getan hat, so will ich ihm tun, will dem Mann vergelten nach seinem Werk.“ (Sprüche 24,29)

Vielmehr sollten wir die Gesinnung haben, die auch in unserem Herrn Jesus war, „der, gescholten, nicht wiederschalt, leidend, nicht drohte, sondern sich dem übergab, der recht richtet“.

Wahrheit nachbilden – erfinden?

„Die Wahrheit nachbilden mag gut sein, aber die Wahrheit erfinden ist besser, viel besser“, sagte einmal Giuseppe Verdi (1813-1901), der italienische Opernkomponist. Es gibt einen, von dem das in absoluter Weise wahr ist. Er konnte sagen: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich“ (Johannesevangelium, Kapitel 14, Vers 6).
Allerdings brauchte der Sohn Gottes die Wahrheit nicht zu erfinden. Er war schon immer die Wahrheit und brauchte nichts zu entwickeln. Wir dagegen dürfen diese Wahrheit über Gott, den Menschen, die Sünde, die Liebe, usw. einfach annehmen. Dazu müssen wir nur auf Ihn schauen. Das genügt.

Wer könnte je ergründen

Ebenso spotteten auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. (Matthäus 27 Vers 41.42)

Wie der Mensch den HERRN Jesus damit tief getroffen hat, können wir schwer nachempfinden. Der Mensch schreckte nicht davor zurück einen Sterbenden zu verspotten.

Als der Sohn Gottes in großen Qualen am Kreuz hing,  war ER die Zielscheibe der Verhöhnung der Menschen. Sie sahen, dass ER in seiner Macht andere gerettet hatte, aber schienen zu glauben, dass sie am Kreuz von IHM gewichen sei und ER sich deshalb nicht selbst zu retten vermochte.

„Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten."

Wir dürfen anbetend die Liebe anschauen, die den HERRN Jesus dazu bewegte, von seiner Macht keinen Gebrauch zu machen, denn ER dachte in diesem Moment an dich und mich!

Darum rettete ER sich nicht selbst. ER wollte uns von unseren Sünden erretten.

Aber kein Leid, welches der Mensch dem HERRN Jesus bis zu den drei Stunden der Finsternis zufügte, konnte nicht eine Sünde hinweg tun. Dazu war es notwendig, dass Er am Kreuz den Zorn Gottes trug und dort sein Leben ließ. Er musste zur Sünde gemacht werden. Können wir ermessen, was das für den HERRN Jesus war?

Können wir ermessen, welchen Preis der HERR Jesus für deine und meine Sünden hat zahlen müssen?

 

Wer könnte je ergründen

die Tiefen und die Höhn,

und wer Verständnis finden

von dem, was dort geschehen!

Du, alles Lebens Quelle,

des ew´gen Gottes Sohn,

Du hast an unsrer Stelle

geschmeckt der Sünde Lohn!

(Aus „Geistliche Lieder“)

 

Wollen wir IHM doch eine Antwort auf seine unermessliche Liebe geben.

Das Spiel mit dem Feuer

Es ist schon erstaunlich, wie die Menschen fast täglich mit Wahrheiten aus der Bibel „spielen“.

Heute las ich in einer Onlinezeitung den Satz: „Die roten Teufel haben Engel auf der Tribüne„. Gemeint waren mit den „roten Teufeln“ die Fußballspieler von Belgien, mit den „Engeln“ ihre weiblichen Fans auf den Zuschauertribünen. Ein witziges Wortspiel mit Bezug zur Bibel, meint man vielleicht.

Doch Gottes Wort, die Bibel, spricht von dem Teufel, dem Satan, dem Widersacher Gottes, ganz anders. Dies ist auch ein mächtiger Feind, ja, DER Feind des Menschen. Die Bibel sagt, dass er ein Menschenmörder von Anfang an ist (Johannesevangelium, Kapitel 8 Vers 44). Die Menschen aber verniedlichen ihn und damit die Gefahr, die von ihm ausgeht.

Außerdem zeugen derartige „Vergleiche“ letztlich davon, wie der Mensch sich über Gott und sein Wort lustig macht. Gott wird dies nicht unbeantwortet lassen: Die Bibel kündigt Gericht über die Welt an. Jetzt „spielen“ die Menschen noch mit Gott, jedenfalls aus ihrer Sicht. Aber dies ist ein Spiel mit dem Feuer.

Gott sagt:

Lasst euch retten von diesem verkehrten Geschlecht!

(Apostelgeschichte, Kapitel 2 Vers 40)

Und es wird geschehen, ein jeder, der irgend den Namen des Herrn anrufen wird, wird errettet werden. (Apostelgeschichte, Kapitel 2 Vers 21)

Keine Wartezeiten

Meine Frau war vor einigen Tagen beim Arzt, was wieder einmal mit einer Wartezeit von 2 Stunden verbunden war. Viele Patienten waren vor ihr dran, oft hörte sie den Satz „Der Nächste bitte“ – und war nicht gemeint. Das soll jetzt kein Artikel werden, der die Wartezeiten bei Ärzten anprangern will, sondern ich möchte auf den Arzt hinweisen, bei dem es keine Wartezeiten gibt – bei Gott, unserem Vater!

Wenn du zu ihm kommst, brauchst du keinen Termin. Du kannst kommen, wann du möchtest, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und du kommst immer sofort an die Reihe. Nie hörst du den Satz: „Nehmen Sie bitte noch im Wartezimmer Platz.“ Gott hat nie einen Patienten, den er vor dir „behandelt“. Er kümmert sich sofort um dich und hat immer die richtige Diagnose und die richtige Medizin!

Heute schon bei diesem „Arzt“ gewesen?

Erst wenn die Ebbe kommt (1)

"Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer nackt schwimmt", sagte der bekannte amerikanische US-Investor Warren Buffet. Er bezog sich natürlich auf Finanzanlagen und das materielle Getue von manchen Menschen. Mich erinnert es aber auch an das Glaubensleben. Solange es gut geht – im persönlichen Leben – wird nicht sichtbar, in welchem Maß wir wirklich Glauben und Glaubensvertrauen haben. Aber wenn es einmal nicht so gut läuft, wenn Prüfungen in unser Leben kommen, dann wird schon sichtbar, ob echtes Vertrauen vorhanden ist. Es geht nicht darum, dass es für jeden von uns eine gewisse Zeit braucht, um das zu verarbeiten, was auf uns zukommt. Paulus und Silas haben eben auch nicht schon am Nachmittag Loblieder gesungen, als sie gerade in den inneren, besonders gewalttätigen Gefängnisbau in Philippi befördert worden sind (Apg 16). Das Singen kam später. Aber es kam. So wollen wir uns gegenseitig ermutigen, das Vertrauen durch ein Leben mit dem Herrn zu lernen, zu verwirklichen, damit es in schwierigen Zeiten, wo wir es wirklich brauchen, dann auch vorhanden ist. Wenn wir in das Tal des Todesschattens kommen, dürfen wir trauern und weinen. Das ist es nicht, worum es geht. Aber es darf dann das Vertrauen von Hiob und vielen anderen Glaubensmännern und -frauen uns prägen, dass Gott es immer zu unserem Guten ausschlagen lässt.

Abhängigkeit

"Freiwillige Abhängigkeit ist der schönste Zustand, und wie wäre der möglich ohne Liebe!", schrieb einmal der bekannte deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832). Nun wissen wir Gläubigen, dass wir in jeder Hinsicht von Gott abhängig sind – ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht. Er ist unser Schöpfer, der Odem gibt und erhält (1. Timotheus 4,10). Aber als Ehepartner sind wir auch von unserem Partner abhängig: "Weder ist die Frau ohne den Mann noch der Mann ohne die Frau im Herrn. Denn so wie die Frau vom Mann ist, so ist auch der Mann durch die Frau; alles aber von Gott" (1. Kor 11,11.12). Das ist eine von Gott gegebene, gewünschte und verlangte Abhängigkeit. Diese hat Gott uns nicht zum Schaden gegeben, sondern zum Segen. Wer diese Abhängigkeit mit Liebe verbindet, kann sie wirklich genießen. So helfen und unterstützen wir einander und können gemeinsam Gott dienen. Eine herrliche Aufgabe für Ehepaare in der heutigen Zeit.

Gebetserhörung

In 1. Samuel 7 lesen wir eine bemerkenswerte Begebenheit mit einem Wendepunkt in der Geschichte des Volkes Israel. Das Volk Israel war -wie so oft- durch eigene Schuld in großer Not. Es gab jedoch einen Unterschied: Sie waren sich ihrer Schuld und ihrer Hilflosigkeit bewusst. Und deshalb konnte Gott ihre Gebete erhören.

„Das Haus Israel wehklagte dem HERRN nach“ (V 2) Das war der erste Schritt:  Sie waren sich ihrer Lage bewusst und sagten ihre Not dem HERRN.

„Richtet euer Herz auf den HERRN und dient ihm allein;…Und die Kinder Israel taten…und dienten dem HERRN allein.“ (V 3+4) Sie hörten von Samuel, was zu tun sei und sie taten es auch.

„Sie schöpften Wasser und gossen es aus vor dem HERRN; und sie fasteten…sie sprachen: Wir haben gegen den HERRN gesündigt“ (V 5+6) Sie machten durch diese Handlung ihre absolute Kraftlosigkeit deutlich und demütigten sich wegen ihres Versagens. 

„Samuel nahm einem Milchlamm und opferte es ganz als Brandopfer dem HERRN.“ (V 9) Ein Opfer war nötig, das war dem Volk deutlich.

Nachdem die Grundlage geschaffen war, konnte Gott das Gebet erhören und das Volk retten: “ Samuel schrie zu dem HERRN für Israel, und der HERR erhörte ihn.“ (V 9)

„Bis hierher hat uns der HERR geholfen.“ (V 12) Nach der Rettung wurde die Dankbarkeit für das, was Gott getan hat, ausgedrückt.

Der in dieser Begebenheit beschriebene „Weg“ ist auch heute noch derselbe. Gott erhört gerne unsere Gebete. Aber er erwartet auch, dass wir die entsprechende „Grundlage“ schaffen: Wir müssen bereit sein, Gott ganz nachzufolgen.

 

Auf Ihn schauen

Wenn du versucht, erprobt wirst, schaue geradewegs auf Ihn; nach und nach wirst du dich daran gewöhnt haben, an Seine Güte zu glauben, obgleich es nötig ist, beständig Zuflucht zu ihr zu nehmen.

Aber das auf Ihn gerichtete Auge macht Ihn dem Herzen bekannt. Das Hinschauen auf Ihn, der uns von uns selbst befreit, ist es, was den Gedanken an das Ich ausschließt und uns in praktischer Weise heiligt.

John Nelson Darby

Aus Fehlern lernen

„Vor Fehlern ist niemand sicher. Das Kunststück besteht darin, denselben Fehler nicht zweimal zu machen“, sagte einmal der ehemalige britische Premierminister Edward Heath (1916-2005). Auch wir Christen wissen, dass wir immer wieder versagen, leider immer wieder sündigen.

Manche Sünden gibt es, von denen Christen über Jahre nicht weg kommen. Immer wieder fallen sie hinein. Das sind solche Abhängigkeiten wie die von Paulus in Römer 7 beschriebenen. Dafür brauchen wir eine regelrechte Befreiung, durch den Geist Gottes bewirkt.

Aber es gibt auch Versagen wie das von Simson, der sich eine Frau von den Philistern gegen den ausdrücklichen Rat seiner Eltern nehmen wollte, das man nach einem Bekenntnis und wahrer Einsicht nicht wiederholen sollte. Und doch – wie Abraham, der zweimal seine Frau verleugnete, sind auch wir in Gefahr, zweimal oder sogar dreimal oder … in ein und derselben Sache zu fallen.

Wie können wir das „vermeiden“? Indem wir aufrichtig bekennen, was wir getan haben und echtes Selbstgericht üben, indem wir vor dem Herrn darüber nachdenken, warum es zu einer solchen Sünde kommen konnte. Wir wollen den bekannten Vers in 1. Johannes 1,9 einmal so verstehen: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“

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