Ein Glaubensimpuls für jeden Tag

Monat: August 2019 Seite 2 von 5

Gewalt

Gewalt ist nie ein Mittel, mit dem Christen ihre Überzeugungen verteidigen sollten. Wenn man die Gewaltaktionen rund um den G-8-Gipfel in Rostock sieht, stößt das natürlich ab. Aber Christen sollten ein gutes Gedächtnis haben, was die Vergangenheit betrifft. Es gab einmal so etwas wie Kreuzzüge. Papst Urbans II. forderte die Christen im Jahr 1095 in Clermont zur Befreiung Jerusalems und des „Heiligen Landes“ aus der Hand der „Ungläubigen“ auf. 1099 wurde Jerusalem dann durch ein Kreuzfahrerheer erobert. Später kam es zu weiteren Kreuzzügen, denen meistens jedoch kaum ein Erfolg beschieden war.
Christen werden zum „Kampf“ aufgefordert. Aber im Neuen Testament finden wir keinen einzigen Aufruf zu einem körperlichen oder gar militanten Kampf. Christen beteiligen sich nicht einmal an Friedensmärschen oder Streikmärschen. Denn ihr „Bürgertum ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten“ (Philipperbrief, Kapitel 3, Vers 20).
Christen kämpfen daher nicht für irdische oder gar weltliche Ziele. Sie leben zwar in dieser Welt, sind aber nicht von dieser Welt (vgl. Johannes, Kapitel 17, Vers 6). Sie haben eine himmlische Hoffnung, ein himmlisches Ziel, einen himmlischen Herrn. Was für Ziele verfolgen wir dann auf dieser Erde? Wenn nicht, den Menschen etwas von dieser himmlischen Hoffnung zu sagen, damit sie sich zu dem Herrn Jesus bekehren. Aber auch dafür verwenden Christen keine „Gewalt“, außer die „Gewalt“ der Überzeugungskraft des Wortes Gottes, das der Geist Gottes auf das Gewissen von Menschen anwendet.

Brüderstandard

Viele kennen vielleicht den Vers aus Psalm 133:

Seht wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen.

Psalm 133 Vers 1

Brüder soll Eintracht kennzeichnen, Einmütigkeit und Frieden. Ist das bei uns nur Theorie oder gelebte Praxis und Erfahrung? Es sollte „Standard“ sein…

Heimatlos?

„Ohne Heimat sein heißt leiden“, sagte einmal der russische Dichter Fjodor M. Dostojewsky (1821-1881). Wir Christen haben eine Heimat: den Himmel! „Denn unser Bürgertum ist in dem Himmel, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Erretter erwarten (Philipper 3,20). Gut, wenn wir uns dieser Heimat mehr bewusst sind. Schlecht, wenn wir gerne eine Heimat im Himmel und eine Heimat auf der Erde haben wollen. Dann hinken wir zwischen zwei Seiten. Das macht unglücklich.

Der „weitergeleitete“ Brief

„Und Hiskia nahm den Brief aus der Hand der Boten und las ihn; und er ging hinauf in das Haus des HERRN, und Hiskia breitete ihn vor dem HERRN aus.“

 Jesaja 37 Vers 14

 Hier zeigt Hiskia eine für uns vorbildliche Haltung. Er bekommt einen Brief von dem Assyrischen König Sanherib, der ihm ankündigt, dass Sanherib Jerusalem erobern will. Und was tut Hiskia? Er beruft nicht seinen Beraterstab, um die Sache zu besprechen und die beste Verteidigungsstrategie auszuarbeiten, sondern geht zu seinem Gott und breitet den Brief vor Ihm aus.

 Was tun wir, wenn wir solche „Briefe“ bekommen? Ist der erste Gedanke: Welcher Berater kann mir jetzt helfen? Greifen wir erst einmal zum Telefon? Fangen wir fieberhaft zu überlegen an, wie wir die Sache lösen können? Oder gehen wir auch in das Haus Gottes, suchen wir Gott, unseren Vater, im Gebet und bringen es schlicht zu Ihm?

 Die Antwort auf sein Vertrauen erhält Hiskia kurze Zeit später:

 „Und ein Engel des HERRN  zog aus und schlug in dem Lager der Assyrer 185.000 Mann. Und als man des Morgens früh aufstand, siehe, da waren sie allesamt Leichname. Und Sanherib, der König von Assyrien, brach auf, und er zog fort und kehrte zurück und blieb in Ninive.“  

 Jesaja 37 Vers 36.

Jesu Herz

„Und glitte je mein Fuß,

brächt‘ mir die Welt Verdruss,

so eilt‘ ich schnell zu Jesu Herz,

der heilte meinen Schmerz.“

aus „So lang mein Jesus lebt.“

Es kann vorkommen, dass wir auf dem Weg ausgleiten, vielleicht sogar hinfallen. Es kann sein, dass wir in unserem Leben Not und Schwierigkeiten haben.

Im Niederländischen gibt es ein Lied, wo es  -frei übersetzt- heißt: „Dicht, ganz dicht bei meinem Jesus, fühl das Klopfen seines Herzens…“  Kennst Du den Weg zum Herzen Deines Heilands? Denn dort, und nur dort, kann ER unseren Schmerz heilen.  Dann sind nicht unbedingt alle Schwierigkeiten sofort weg, aber wir können sie ertragen.

Geh doch diesen Weg – zum Herzen Deines Heilands!

Erziehung

"Erziehung ist Beispiel und Liebe, sonst nichts", sagte einmal Friedrich Wilhelm August Fröbel (1782-1852), ein deutscher Pädagoge. Nun ist unstrittig, das das Beispiel und die Zuwendung von Liebe außerordentlich wichtig sind, das Beispiel von uns Eltern ohnehin. Allerdings ist in einer heute sehr emotional und anscheinend von Unkenntnis aufgeladenen Diskussion zum Thema Erziehung oft die Meinung zu hören, jemand, der Kinder Grenzen setzt und diese durchsetzt, habe keine Liebe. Das Gegenteil ist der Fall. Zwar ist es uns gesetzlich untersagt, physische oder psychischen Druck auszuüben. Und das Ergebnis dieser Nicht-Erziehung kann man in den ersten Klassen deutlich sehen. Aber wir müssen uns bewusst bleiben, dass es das Gegenteil von Liebe ist, Kindern einfach ihren Willen zu lassen. Sie sind in Sünde geboren worden und haben deshalb einen Eigenwillen, der sich gegen Gott und jede Autorität auflehnt. Dem müssen wir eine christliche Erziehung entgegensetzen, die zu dem Herrn Jesus hinführt. Ohne Grenzen geht das nicht.
"Ihr Väter … zieht eure Kinder auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn" (Epheser 6,4).

Immer was zu berichten

Es ist schon interessant: Auch wenn nichts passiert, wird immer berichtet. In diesen Tagen der WM in Südafrika kann man dies deutlich beobachten. Sogar an spielfreien Tagen. Jeden halben Tag findet sich ein neuer Artikel in den Onlineausgaben der Zeitungen. Die Journalisten sind da sehr erfinderisch. Und wenn man nur den ersten Jugendtrainer eines Nationalspielers über dessen Werdegang interviewt…

Für uns Christen gilt es, nicht immer zu berichten. Nicht alles, was wir hören, müssen wir auch weitererzählen. Schon gar nicht die schlechten Dinge, über die wir vielleicht so gerne sprechen. Ich denke da gerne an das „Grundgesetz der Kommunikation und Gedankenwelt“ aus Philipper 4,8: Im übrigen, Brüder, alles was wahr, alles was …. dies erwägt“.

Fand die Lüge Rahabs die Zustimmung Gottes?

In Epheser 4,25 lesen wir: „Deshalb legt die Lüge ab und redet Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten.“

Das ist das Gebot Gottes. Und doch könnte man meinen, dass Gott seine Zustimmung gab zu der Lüge Rahabs in Josua 2,4-5). Durch diese Lüge brachte sie sich selbst in Lebesgefahr und rettete den Spionen aus dem Volk Israel das Leben.

War das eine Glaubenstat? Wenn ja, wieso mit Hilfe einer Lüge? Fand dies Gottes Zustimmung?

Was meint Ihr dazu?

Augen – Herz

„Denn die Augen des HERRN durchlaufen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist.“ 2.Chronika 15 Vers 9

Wer einmal auf der Aussichtsplattform am Frankfurter Flughafen war, wundert sich vielleicht über die Scharen von Fotografen, die mit ihren superlangen Objektiven jedes ankommende und abfliegende Flugzeug aus jeder Perspektive einfangen. Wer dann noch sein Mobilgerät mit entsprechendem App dabei hat, kann schon sagen welches Flugzeug gleich kommt, wenn das bloße Auge nur einen Punkt am Himmel sieht. Mit diesem Programm kann man jedes Flugzeug „nachverfolgen“, das gerade in der Luft ist (Typ, Abflug, Ankunft, Flughöhe u.s.w).

Was wir mit unserem bloßen Auge nicht sehen können, gleichen wir mit entsprechender Technik aus.

Gott braucht keine Technik und sieht trotzdem ALLES!

Ist das für Dich tröstlich? Oder ist Dir unwohl bei dem Gedanken?
Für die, die wissen, dass Jesus Christus ihr Heiland ist, gibt der o.g. Vers Sicherheit. Egal wo Du bist, der Herr Jesus sieht Dich um jederzeit eingreifen zu können.

Allerdings muss man auch den Nachsatz beachten – deshalb die Frage: Woran hängt Dein Herz, was ist Dir wichtig? Am Flughafen hätte man vielleicht die Antwort bekommen: „Ein schönes Bild von einem Flugzeug zu schießen.“ Es kann das Hobby, die Technik, der Sport, der Beruf… sein. Schöner wäre, man würde wie Paulus sagen: „Das Leben ist für mich Christus.“ Philipper 1 Vers 21
Wenn die Ausrichtung des Herzens stimmt, werden wir auch mit den anderen genannten Dingen richtig umgehen.

Gottes Gnade

Es ist nichts so schwer für unsere Herzen, als stets im Gefühl der Gnade zu bleiben. Durch Gnade wird das Herz befestigt und dennoch ist, wie gesagt, nichts schwerer für uns, als die Fülle der Gnade zu fassen.

Allein in der Gegenwart Gottes sind wir fähig, zu verstehen, was die Gnade ist. Und dort zu sein, ist unser Vorrecht. Sobald wir aber seine Gegenwart verlassen, werden immer unsere eigenen Gedanken in uns wirksam sein, und unsere Gedanken erreichen nicht die Gedanken Gottes über uns, die Gedanken seiner Gnade.

Ebenso ist es auch unmöglich, irgendeinen wahren Begriff von der Gnade zu haben, bis wir auf dem großen Grund derselben, der Gabe Gottes in der Person Jesu, stehen. Keine Überlegung unserer eigenen Herzen vermag die Gnade Gottes zu fassen. Jedes wahre Verständnis von ihr muss direkt und frei von Gott kommen. Hätte ich noch irgendein Recht, etwas zu erwarten, sei es auch das allergeringste, so wäre es nicht mehr reine und freie Gnade, nicht mehr diese „Gnade Gottes“, die mir zu Teil würde. Selbst dann, nachdem „wir geschmeckt haben, dass der Herr gütig ist“, sind gleich unsere eigenen Gedanken wirksam, sobald wir die Gegenwart Gottes verlassen haben. Und ist dies der Fall, so mögen wir wegen unserer Sünden oder unserer Würdigkeit oder auch wegen sonst etwas beschäftigt sein, wir verlieren das Gefühl der Gnade und vertrauen nicht mehr völlig auf dieselbe.

Dieses Weggehen aus der Gegenwart Gottes ist die Quelle unserer ganzen Schwachheit als Heilige. Denn nur in der Kraft Gottes vermögen wir etwas zu tun.

Aus: Botschafter des Heils in Christo 1860

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