Elia ist eine der schillerndsten Persönlichkeiten des Alten Testaments. Plötzlich und unvermittelt tritt er auf die Szene (1. Könige 17 Vers 1), stellt sich vor den mächtigen König Ahab und sagt ihm ins Gesicht:

„So wahr der HERR lebt, der Gott Israels, vor dessen Angesicht ich stehe, wenn es in diesen Jahren Tau und Regen geben wird, es sei denn auf mein Wort!“

Große Worte! Woher nahm Elia den Mut, in den Hof und Palast Ahabs zu gehen, sich höchstwahrscheinlich durch viele Wachen zu schleusen, um schließlich in Ahabs Thronsaal vor den König hinzutreten und diese mächtige Aussage zu machen?

Das Geheimnis seines Mutes ist sicher die vergangene Zeit Elias im Gebet vor seinem Gott. Wie lange mag Gott ihn für diese Aufgabe vorbereitet haben? Elia sagt „…vor dessen Angesicht ich stehe“, er ist sich also bewusst, direkt von Gott zu sprechen, aus seiner Gegenwart kommend. Der ewige Gott ist sein Auftraggeber, wer ist dann Ahab? Moralisch stand Elia weit über dem götzendienerischen König, ähnlich wie Jakob damals vor dem Pharao, als er als alter Mann vor den mächtigen Herrscher Ägyptens trat.

Keiner von uns kann sich mit einem Mann Gottes wie Elia vergleichen. Aber wir sollten uns durch sein Beispiel anspornen lassen, ein intensives Gebetsleben zu pflegen und in Gemeinschaft mit Gott unseren Weg zu gehen. Dass Elia kein „Übermensch“ in dieser Hinsicht war, sagt Gott selbst im Jakobusbrief, Kapitel 5 Vers 17:

„Elia war ein Mensch von gleichen Gemütsbewegungen wie wir; und er betete ernstlich, dass nicht regnen möge, und es regnete nicht auf der Erde drei Jahre und sechs Monate. 18 Und wiederum betete er, und der Himmel gab Regen, und die Erde brachte ihre Frucht hervor.“