Das Hohelied der Liebe - Bibel-Blog
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Das Hohelied der Liebe


Freitag, 7. Februar 2020

Das Hohelied der Liebe

In letzter Zeit konnten wir uns mit einigen Christen über das 13. Kapitel des 1. Korintherbriefes austauschen. Thema des Kapitels ist die Liebe. Es ist die Liebe, die von Gott gewirkt ist, die seine Natur ist, denn: „Gott ist Liebe (1. Johannes 4,8) Es ist wirklich ein zu Herzen gehendes Kapitel. Hier enige Bemerkungen des bekannten Schriftauslegers Hamilton Smith zu V. 4 bis 7 des Kapitels:

Die Liebe ist langmütig:
Das Fleisch ist immer ungeduldig, aber die Liebe kann lange aushalten und auf die Zeit Gottes warten. Fleischliche Ausdauer hat sich schnell erschöpft – Liebe verschleißt sich nie.

Die Liebe ist gütig:
Wenn das Fleisch abwarten muss, geschieht dies oft in einem besorgten und ärgerlichen Geist; die Liebe jedoch vermag selbst im Ausharren eine gütige Gesinnung beizubehalten, in der sie auch auf andere Rücksicht nimmt.

Die Liebe neidet nicht:
Das Fleisch trachtet immer nach einer Stellung vor oder über anderen, und es ist neidisch auf andere, wenn ihnen mehr Gunst oder eine bevorzugtere Stellung zuteil wird. Die Liebe kann sich ohne einen Anflug von Neid an der Ehre erfreuen, die anderen erwiesen wird.

Die Liebe tut nicht groß (ist nicht unverschämt und vorschnell):
Das Fleisch ist aufdringlich und drängt sich schnell in den Vordergrund; die Liebe ist nicht von sich eingenommen, sondern vielmehr zurückhaltend und bescheiden.

Die Liebe bläht sich nicht auf:
Das Fleisch ist oft eingebildet und von der eigenen Wichtigkeit erfüllt; die Liebe nimmt im Dienst für andere einen niedrigen Platz ein.

Die Liebe gebärdet sich nicht unanständig:
Das Fleisch kann selbst auf einer hohen sozialen Stufe noch unanständig und ungesittet sein. Die Liebe wird sowohl den Vornehmen als auch den Niedrigen zur Liebenswürdigkeit und Höflichkeit anleiten.

Die Liebe sucht nicht das Ihre:
Das Fleisch ist immer selbstsüchtig und trachtet nach den eigenen Interessen. Die Liebe ist selbstlos und unvoreingenommen; sie sucht das Wohl des anderen.

Die Liebe lässt sich nicht erbittern (nicht schnell reizen):
Das Fleisch ist immer empfindlich und schnell beleidigt, und es nimmt Beleidigungen übel. Die Liebe ist langsam zum Zorn und lässt sich nicht leicht reizen. Die Liebe kann zwar gereizt werden, denn wir werden gerade in diesem Brief darauf hingewiesen, dass es möglich ist, den Herrn zu reizen (Kap 10,22); aber der Herr ist langsam zum Zorn, Er ist nicht schnell gereizt.

Die Liebe rechnet Böses nicht zu:
Das Fleisch ist schnell dazu bereit, etwas Böses zu vermuten und falsche Beweggründe zu unterstellen. Die Liebe rechnet nicht eher mit dem Vorhandensein von Bösem, bis ein positiver Beweis dafür vorliegt.

Die Liebe freut sich nicht mit der Ungerechtigkeit:
Leider gefällt es dem Fleisch, mit dem Bösen beschäftigt zu sein. Die Liebe hat kein Gefallen daran, Böses zu entdecken oder ans Licht zu bringen.

Die Liebe freut sich mit der Wahrheit:
Das Fleisch ist unheilig und kann sich an dem Beschäftigen mit Bösem freuen. Die Liebe ist heilig; sie findet ihre Freude daran, sich mit der Wahrheit zu befassen. Die Liebe ist deshalb nicht blind, denn sie kennt die Wahrheit und weiß sie zu schätzen.

Die Liebe erträgt alles:
Das Fleisch kann nur sehr wenig ertragen, ohne seine Verärgerung zu zeigen. Die Liebe kann alles ertragen, und oftmals sogar stillschweigend.

Die Liebe glaubt alles:
Das Fleisch ist immer misstrauisch. Die Liebe verdächtigt nicht und ist bereit, das Gute anzunehmen, wenn es keinen direkten Beweis für das Gegenteil gibt – selbst angesichts vieler Dinge, die Zweifel zu erwecken vermögen.

Die Liebe hofft alles:
Das Fleisch ist immer bereit, Böses zu unterstellen und das Schlechteste anzunehmen. Die Liebe sieht immer eher das Gute als das Böse und hofft immer zum Besten – trotz vieler Dinge, die hoffnungslos scheinen.

Die Liebe erduldet alles:
Das Fleisch, das immer das Schlechteste annimmt, hofft nicht mehr; und wo kein Hoffen ist, da ist auch keine Kraft zum Erdulden. Die Liebe, die alles hofft, stärkt ihre Besitzer zum Erdulden – auch angesichts von Widerstand und Entmutigung.

Die Liebe vergeht niemals (V.8)

Henning Brockhaus

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