Auswendige Gebete - Bibel-Blog
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Auswendige Gebete


Mittwoch, 14. März 2018

Auswendige Gebete

„Es ist wichtig, einige Gebete auswendig zu können. Wenn es auf den Tod zugeht, hat der Mensch nur noch das, was er auswendig gelernt und gepflegt hat.“

So der neue Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Ist diese Aussage wahr im Sinne von biblisch? In Gottes Wort finden wir nicht, dass wir Gebete auswendig lernen sollen. Zwar könnte man dies bei dem so genannten Vaterunser meinen, dass der Herr Jesus seinen Jüngern mit den Worten gab: „Sprecht so“. Dabei müssen wir aber berücksichtigen, dass Er es ihnen als den Repräsentanten des gläubigen jüdischen Überrests künftiger Tage gab. Dies erkennt man deutlich an dem Inhalt dieses Gebets – es ist kein christliches Gebet. Außerdem meinte der Herr Jesus sicher nicht, dass sie diese Worte auswendig zitieren sollten. Das wäre gegen die sonstigen Aussagen Gottes in seinem Wort, das jede bloße Form ohne Herzensbeteiligung ablehnt.

Also doch keine Aufforderung zum Auswendiglernen von Gebeten?

Richtig.

Denn wir lesen im Römerbrief, Kapitel 8 Vers 26 und 27, worauf es ankommt:
„Desgleichen aber nimmt auch der Geist sich unserer Schwachheit an; denn wir wissen nicht, was wir bitten sollen, wie sich’s gebührt, aber der Geist selbst verwendet sich für uns in unaussprechlichen Seufzern. Der aber die Herzen erforscht, weiß, was der Sinn des Geistes ist, denn er verwendet sich für Heilige Gott gemäß.“

Es kommt darauf an, dass wir im Heiligen Geist beten, dass heißt, dass Er uns beim beten leitet. Lernen wir ein Gebet auswendig, so widerspricht das dieser Stelle. Auch andere Stellen machen klar, dass wir Gebete durch den Heiligen Geist sprechen sollen, so z.B. 1. Korintherbrief, Kapitel 14 Vers 15 und Judasbrief, Vers 20. Der Heilige Geist ist Gott und es würde Gott eingrenzen und klein machen, wenn wir Gebete auswendig sprächen. Dann wären nur noch wir gefragt, und bei uns sogar nur der Verstand. Kann das ein wahres geistliches Gebet sein? Nein.

Wir dürfen den Geist Gottes in uns haben. Es wäre eine armselige Sache, wenn wir da auswendig gesprochene Gebete hätten. Gott aber sei Dank, dass Er uns seinen Geist gegeben hat, durch den wir Ihm selbst nahen dürfen! Was ist das für eine großartige Sache, die durch ein auswendig gelerntes Gebet zunichte gemacht würde…

Noch etwas zum Schluss: Das alles zeigt auch, dass es ein Irrtum ist, angesichts des Todes nur auswendig Gelerntes zu „haben“. Wir haben auch dann noch Seinen Geist. Und der verwendet sich für uns gottgemäß, wie Römer 8 klarmacht – damit wir z.B. – angesichts des Todes in Schwachheit – immer noch gottgemäß beten können.

Henning Brockhaus

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