Wenn Führer straucheln … - Bibel-Blog
Ein Glaubensimpuls für jeden Tag

Wenn Führer straucheln …


Freitag, 11. Mai 2007

Wenn Führer straucheln …

Wenn Führer im Volk Gottes versagen, können die umfallen, die sich bislang an diese anlehnten. Jetzt hat es also auch die Vorzeigefrau der Evangelischen Kirche Deutschland, Dr. Margot Käßmann, „erwischt“. Sie habe dem Kirchensenat „zu ihrem tiefen Bedauern“ mitgeteilt, dass sie bei Gericht die Scheidung ihrer Ehe beantragt habe. Sie gilt neben dem EKD-Ratsvorsitzenden, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), als profilierteste Persönlichkeit im deutschen Protestantismus und ist Mutter von vier Kindern.

Was werden die Mitglieder der Kirche nun mit dieser Ehescheidung anfangen? Es liegt nahe, dass sich die Überlegung durchsetzt: Wenn es unsere Vorzeigechristen nicht packen, die Bibel auch im persönlichen Alltag auszuleben, wie sollen wir es dann noch schaffen?

Es geht ja nicht darum, dass wir irgendwie mit Arroganz auf Käßmann herabschauen oder sie in falscher Weise kritisieren. Jeder hat mit seiner eigenen Nase mehr als genug zu tun. „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ Es geht an dieser Stelle auch nicht um die Frage, warum es in der EKD einen Bischofsposten gibt, von dem die Bibel nicht spricht. Eine Führungsfunktion von einer Frau, welche die Bibel geradewegs untersagt!

Aber für diejenigen von uns, die in der Öffentlichkeit auftreten, gilt mehr als für andere: „Sei ein Vorbild der Gläubigen in Wort, im Lebenswandel, in Liebe, in Glauben, in Reinheit (1. Timotheus, Kapitel 4, Vers 12). Und auch Titus wird aufgefordert, ein Vorbild mit guten Werken zu sein, die Lehre unverderbt festhaltend.

Wenn Führer versagen, gehen die Alarmlampen an. Dann ist Gefahr im Verzug. Wie schön, wenn es wie im Lied Deboras in Richter, Kapitel 5 heißen kann: „Weil Führer führten in Israel“ — denn sie waren Vorbilder für die anderen.
Ein Ansporn für uns alle!

Manuel Seibel

4 Kommentare to “Wenn Führer straucheln …”

  1. P.Vogel (anonym) schreibt:

    Es widerspricht dem Treueschwur vor Gott,
    es widerspricht der Bibel,
    es widerspricht der Lehre,
    es widerspricht jeglicher Vorbildwirkung.

    Meist ist nicht ein Partner schuld, sondern beide. Es ist traurige Sache, geistlich wie familiär. Möge Vergebung in der Familie untereinander und Einzelnen durch Gott geschenkt sein, falls gewollt und möglich auch die Versöhnung.

    Die Argumentation mit Bindung und Lösung… wie schäbig für diese Bischöfin. Gott lässt sich nicht spotten. Mit tiefem Bedauern… das sollte anders wirken, oder?

  2. Manuel Seibel schreibt:

    REPLY:
    Auch mir ist diese Lästerung mit “Binden und Lösen” aufgefallen. Mehr dazu auf: http://www.bibel-forum.de

  3. Michael Hopp schreibt:

    Erlaubt mir, einige kurze Gedanken zu diesem Thema zu formulieren:

    Kann man sagen, dass die protestantische Kirche durch den oben angesprochenen Fall an Glaubwürdigkeit und deshalb an Autorität einbüßt. Ich würde mich mit einer solchen Aussage nicht schwer tun…

    Die Kirche als Orientierung im persönlichen Leben des Menschen – eine Illusion ? Zumindest wird es für die Kirche in Zukunft schwieriger werden, eine klare, glaubwürdige Meinung in der Frage der Ehe zu vertreten.

    Sicher wird der oben beschriebene Fall der Frau Dr. Käßmann auch als Legitimitation bzw. Exculpation der eigenen Misere/ Situation herangezogen werden…

  4. FR (anonym) schreibt:

    REPLY:
    die protestantische Kirche, jede Kirche, die sich mit solchen Nebensächlickeiten beschäftigt und das Leid der Menschen in der Welt völlig außer acht läßt verliert an Glaubwürdigkeit. Autorität hat für Christen hoffe ich nicht die Kirche sondern Gott allein. Kirche ist eine Illusion, es ist das Machtstreben, was sie über Jahrhunderte und Jahrtausende auszeichnet. Religion ist Opium fürs Volk. Viel wichtiger ist ob DU eine glaubwürdige Meinung zu DEINER Ehe hast. Ich drück DIR dafür die Daumen, alle beide.

    Desorientierung als Überschrift ist schon sehr passend. Die Kirche verliert Wichtiges aus den Augen. War sie jemals orrientiert? Gab es nicht immer wieder Widersacher in den Augen der Kirche, die es galt auszumerzen?

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