Wie ein ungestümer Quell aus der Tiefe, so war unter der Umarmung des Vaters bei dem verlorenen Sohn das Bekenntnis seiner Sünde aufgebrochen:

„Vater, ich habe gesündigt vor dem Himmel und vor dir; ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen.“ (Lukas 15, 21)

Da fällt ihm der Vater ins Wort. Bis dahin lässt er ihn kommen. Das Bekenntnis der Sünde muss heraus, und er lässt den Sohn auch aussprechen: „Ich bin nicht mehr würdig, dein Sohn zu heißen.“ Aber das, was dann noch kommen sollte, die Selbsterniedrigung des Sohnes zum Tagelöhner, das, was der Vater erwartet und ahnt, das soll er nicht sagen. Das Wort vom Tagelöhner soll er nun durchaus nicht ausprechen.

Durch einen Kuß kürzt der Vater ihm die tiefste Demütigung ab und fällt ihm in die Rede, indem er die Knechte ruft, die das Mahl bereiten sollten. Nein, nicht Tagelöhner sollst du sein, sondern dennoch, dennoch Sohn im Vaterhaus!

Wunderbar hat Jesus in seinem Gleichnis uns damit des Vaters Gnade vor Augen gemalt. Er unterbricht das Bekenntnis des Sünders, wenn er die aufrichtige Reue sieht, und nimmt ihn an aus Gnaden, um Jesu willen, des Sohnes, der uns dieses Gleichnis erzählt hat.

(Auschnitt aus dem Artikel „Der unterbrochene Satz“ von Paul Humburg, entnommen aus dem Buch „Keiner wie Er“, das drei lange vergriffene Schriften des Autors enthält)