Karfreitag ist vorbei – viele Menschen haben an den Kreuzestod Jesu Christi gedacht. Dabei steht das im Vordergrund, was Jesus von Seiten der Menschen erduldet hat. Und es sicher richtig und gut, wenn der Bericht in den Evangelien von den letzten Stunden des Herrn vor Seinem Tod am Kreuz das Herz und die Empfindungen eines jeden Gläubigen berühren. In Relation zu den Berichten über die drei Jahren zuvor sind die letzten Stunden des Lebens unseres Herrn detailliert beschrieben, bis auf drei Stunden – die drei Stunden der Finsternis. Und hat an den Osterfeiertagen jemand an diese drei Stunden gedacht, an diesen Höhepunkt der Leiden Christi?

Kein Evangelist beschreibt diese drei Stunden in mehr als zwei Versen. In diesen Stunden hört das Handeln und Reden des Menschen auf. Jetzt richtet der heilige Gott Seinen Sohn. Dieser Augenblick – und nicht die Misshandlungen durch Menschen zuvor – ist der Zentralpunkt im Handeln Gottes mit den Menschen. Doch Gott schirmt Seinen Sohn durch eine absolute Finsternis vor allen Zugriffen und Blicken der Menschen ab. Hier geschieht nun etwas, in das wir Menschen nicht eindringen können und dürfen. Der Herr Jesus, der keine Sünde kannte, keine Sünde tat und in dem keine Sünde ist wird jetzt von Gott zur Sünde gemacht und gerichtet.

2. Korinther 5, 21: „Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht“.

1. Petrus 2,24: „Er selbst hat unsere Sünden an seinem Leibe auf dem Holz getragen“.

Jesaja 53,10: „Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen, er hat ihn leiden lassen.“

Psalm 22, 2-3: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bist fern von meiner Rettung, den Worten meines Gestöhns? Mein Gott! ich rufe des Tages, und du antwortest nicht; und des Nachts, und mir wird keine Ruhe.“

Wir denken still der finstren Stunden,
da, Jesus, Du am Kreuz zum Fluch gemacht;
wo Du trugst alle unsre Sünden
und triumphierend riefst: „Es ist vollbracht!“
O nimm entgegen unsrer Herzen Dank,
in Ewigkeit der Deinen Lobgesang.

(Adrien Ladrierre / Walter Brockhaus)