Kritisieren – Loben - Bibel-Blog
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Kritisieren – Loben


Montag, 18. April 2011

Kritisieren – Loben

“Kritik ist die Kunst zu loben. Erst da zeigt sich der kritische Meister. Der Tadel, wo er mit der Lust am Tadeln vorgebracht wird, macht einen billigen Lärm und bleibt am Ende wirkungslos”, sagte einmal Friedrich Luft (1911-1990), deutscher Theaterkritiker.
Sind wir als Christen nicht leichter Kritiker als “Lober”? Wir können fast alles an fast jedem kritisieren. Erst, wenn wir anfangen, wie der Apostel Paulus, für die Christen, mit denen wir zu tun haben, zu danken, werden wir auch Gutes und Lobenswertes an ihnen finden. Dafür reicht es nicht zu reden. Man muss sich dafür Gedanken machen, was man an ihnen von Christus findet. Es lohnt sich, sich diese Zeit zu nehmen. Denn wir werden sie in der Ewigkeit wiederfinden.

Manuel Seibel

3 Kommentare to “Kritisieren – Loben”

  1. Joseph schreibt:

    Ich denke, folgendes paßt gut zum Thema oben.

    “Man muss sich dafür Gedanken machen, was man an ihnen von Christus findet.”

    Matthäus 21,28 Was dünkt euch aber? Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und er ging zu dem ersten und sprach: Sohn, mache dich auf und arbeite heute in meinem Weinberg! 29Der aber antwortete und sprach: Ich will nicht! Hernach aber reute es ihn, und er ging. 30Als aber der Vater zu dem andern dasselbe sagte, antwortete dieser und sprach: Ja, Herr! und ging nicht. 31Welcher von diesen beiden hat den Willen des Vaters getan? Sie sprachen zu ihm: Der erste. Da spricht Jesus zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch, die Zöllner und die Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr!

    Eine 50/50 Frage von Jesus an die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes und ich wette darauf, daß Jesus schon verher gewußt hat, wie deren Antwort ausfallen würde. Denn Jesus wußte, wie fern diese Menschen vom Gott der Liebe waren (bzw. sind). Sie kennen seine Güte und Barmherzigkeit nicht, weil sie selbst keine Ahnung davon haben, was das überhaupt ist.
    Was wäre denn nun die richtige Antwort gewesen, da der erste Sohn zuerst nein zum Vater sagte, dann seinen Willen aber doch tat und es trotzdem, wie aus der Reaktion von Jesus zu sehen ist, diese Antwort nicht richtig gewesen sein kann und der zweite Sohn seinen Vater sogar angelogen hat, daß er gehen würde und es dann aber nicht tat?

    Wie hätte also die richtige Antwort lauten müssen?

    Ich habe dazu mal die Meinungen von Christen im Internet gelesen, wobei sogar ganze Predigten herausgekommen sind und trotzdem erschienen mir die Interpretationen dazu recht schwammig. Wollte Jesus als Antwort von den Hohenpriester und die Ältesten des Volkes eine ganze Predigt dazu hören, oder hätte ihm dazu nicht auch eine sehr kurze richtige Antwort genügt?

    Was vielleicht noch wichtig dabei ist zu bedenken, daß Jesus gesagt hat: “…die Zöllner und die Huren kommen eher ins Reich Gottes als ihr”, und die Betonung dabei, so meine ich, auf dem Wörtchen “eher” liegt.

    Ich lasse das mal so im Raum stehen und würde mich dazu über Reaktionen von anderen Lesern hier freuen.

  2. Jürgen schreibt:

    Hallo zusammen,

    zunächst habe ich eine Frage an Joseph: sagt der Herr wirklich, dass die Antwort der Juden falsch war? Der Herr lässt das doch völlig offen und fügt eine Belehrung für die Pharisäer an, in denen er die Anwendung des Gleichnisses deutlich macht:
    die Zöllner und Huren sind der erste Sohn; sie sagen zunächst: von Gott will ich nichts wissen!, doch später überlegen sie es sich anders und bekehren sich doch (und wie viele aus dieser “Schicht” haben sich während des Dienstes unseres Herrn auf dieser Erde bekehrt!);
    die harisäer gleichen dem zweiten Sohn: sie sagen: wir erfüllen den Willen Gottes, wir halten seine Gebote!, während sie nur die äußere Form hielten bzw. z.T. selbst das nicht mehr Taten sondern z.B. aus dem heiligen Tempel eine Bank und ein Kaufhaus machten! (wie vieele Pharisäer haben sich eigentlich bekehrt? spontan fallen mir nur Nikodemus und Joseph von Arimatia ein).
    Ist das nicht die eigentliche Bedeutung dieser Worte des Herrn Jesus?
    Außerdem fragt der Herr nicht danach, welche antwort die richte gewesen ist oder wäre, sondern welcher der beiden Söhne den Willen des Vaters tat. Das unterstreicht nochmal das eben Gesagte: es geht für den Herrn nicht um fromme Worte, sondern dass der Wille Gottes getan wird, nämlich dass die Menschen sich bekehren und von den Sünden gerettet werden (vgl. 1.Tim 2,3-4a)!

    Bezüglich deiner Bemerkung über das “eher” kann ich dir nur zu stimmen. Durch dieses Wort macht der Herr den Pharisäern noch einmal deutlich, dass ihre Selbstgerechtigkeit für Gottt schlimmer war als die vielen Sünden der Zöllner usw., denn für die Sünden hatte Gott eine Lösung (bzw. war dabei, sie zu schaffen), für die Selbstüberschätzung “konnte er nichts tun”, das einzige was blieb, war die ständige Erinnerung an diese Tatsache und die Hoffnung, dass die Pharisäer es irgendwann verstehen würden.

    Ich hoffe, ich habe mich soweit verständlich ausgedrückt und konnte eine Antwort auf deine Frage geben. Sollte ich die Begebenheit grundsätzlich falsch verstanden habe, bin ich aber auch gerne bereit, mich korrigieren zu lassen.

    Mit lieben Grüßen,
    Jürgen

  3. Joseph schreibt:

    Hallo Jürgen,

    danke für Deine Meinung zum Thema.
    Da die Antwort zur Frage von Jesus noch nicht gegeben worden war, bevor die Pharisäer eine Auswahl getroffen hatten, kann Jesus es zu Anfang nicht so gemeint haben, von den Befragten vorher zu erfahren, welches denn nun die richtige Antwort gewesen wäre.
    Wir haben es da nun ein wenig leichter, denn die Antwort der Pharisäer steht ja nun fest.
    Jesus fragt ausdrücklich, WELCHER Sohn denn nun dem Willen des Vaters nachgekommen ist.

    “es geht für den Herrn nicht um fromme Worte, sondern dass der Wille Gottes getan wird”

    Aber der zweite Sohn hat ja den Vater angelogen, das Gebot “Du sollst nicht lügen” grob verletzt und sich dann auf die faule Haut gelegt.
    Gut, der erste Sohn war zwar später reumütig, aber wie er gehandelt hat, hat Jesus ja auch nicht gefallen.
    Und wie Du es auslegst Jürgen, sind mit den beiden Söhnen alle Menschen gemeint und so sieht es ja auch Jesus, denn er wirft am Ende alle – Huren, Zöllner und Pharisäer – in einen Topf.

    Und nach Deiner Auslegung Jürgen, hätte die Antwort entweder lauten müssen: beide Söhne, oder man sieht es so, daß die Pharisäer am besten zu Jesus gesagt hätten: beschränken wir es auf den ersten, denn Buße tun ist immer richtig und wir, die wir ja Gottes Wort nicht richtig halten, sind ja sowieso auf der Verliererseite. Was heißt, man kann den Vater belügen und dann macht man aber doch was man will, wenn man dem Beispiel des zweiten Sohnes folgt, und so tun es eben alle bösen Menschen. Denen ist deshalb der zweite Tod sicher. Wenn man sich die Menschen draußen so anschaut, dann lieben es viele regelrecht, dem zweiten Tod ins Auge schauen zu dürfen.

    Die Antwort, keiner von beiden ist dem Willen des Vaters so richtig nachgekommen, ist ja auch nicht annehmbar. Denn der erste Sohn ging ja dann doch noch.

    Also wirklich logisch finde ich das trotzdem alles nicht.

    Wir können es natürlich heute im Nachhinein so auslegen, daß Jesus im Geiste die Zöllner und Huren mit dem ersten Sohn verglichen hat und den zweiten Sohn mit den Pharisäern, aber wie hätten die Befragten das vorher wissen sollen?

    Und es handelt sich ja um Berichte aus dem Leben des Jesus und es sollen nicht nur lehrreiche Gleichnisse für uns heute sein, oder doch?

    Ich finde, daß die Frage von Jesus sehr listig gestellt worden ist, denn meiner Meinung nach, war sie von Anfang an für die Pharisäer unbeantwortbar. Und genau das hat Jesus schon vorher gewußt.

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