Unser Standpunkt? - Bibel-Blog
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Unser Standpunkt?


Freitag, 15. April 2011

Unser Standpunkt?

Wo wir in den letzten Tagen schon einige Lieder hier auf dem Blog veröffentlicht haben, möchte ich noch eines hinzufügen, das im 19. Jahrhundert gedichtet worden ist. Es zeigt einerseits, wie sehr sich die Gläubigen damals bewusst waren, dass diese Welt uns Christen nichts zu bieten hat. Andererseits zeigt es ihre Liebe zum Herrn  Jesus und die Freude auf das Vaterhaus.

Wie sehen wir das heute? Sind wir immer noch so „radikal“? Ich denke, dass wir manches aus solchen alten Liedern lernen können, denn wir sollen uns „gegenseitig ermahnen mit geistlichen Liedern“ (Kolosser 3 Vers 16). Es wäre schön, wenn dieses Lied uns dazu ermuntert, allein unser Ziel wirklich wertzuschätzen und dem Tand dieser Welt den Platz zu geben, den er verdient…

 Nur bei Jesu möcht’ ich weilen,
Nur, wo Er ist, ruhen aus.
Alles werd’ ich mit Ihm teilen
Dort im teuren Vaterhaus.
Werde ganz für Ihn nur leben,
Stets Ihn preisen und erheben.
O welch Glück! wer spricht es aus?

2) Nur bei Jesu schweigt mein Sehnen,
Mein Verlangen stillt nur Er.
Wie könnt’ ich mich auch gewöhnen
Hier, wo alles öd’ und leer?
Wo ich fremd und einsam gehe,
Nirgend eine Heimat sehe,
Nirgend finde mein Begehr?

3) Du, mein Jesus, bist mein Leben,
Bist allein mein köstlich Teil.
Alles hast Du hingegeben,
Ja, Dich selbst, zu meinem Heil.
Darum kann auch nichts auf Erden
Meines Herzens Wonne werden,
Du nur, Jesu, bist mein Teil.

4) Du, des Himmels ew’ge Sonne,
Du, der Engel Herrlichkeit,
Du, des Vaters Freud’ und Wonne,
Du bist mein in Ewigkeit.
Möchtest Du doch all die Deinen
Heute noch mit Dir vereinen
Dort in Deiner Herrlichkeit!

 Carl Friedrich Wilhelm Brockhaus (1822-1898)

Henning Brockhaus

2 Kommentare to “Unser Standpunkt?”

  1. Peter Vogel schreibt:

    Solch ein Text… für den darf man danken, wie sollte man ihn kommentieren? So möchte ich nur ein weiteres Lied einbringen.

    Jesu, Dir wir Dankeslieder singen,
    Reichlich strömt für uns die Gnadenflut.
    Dir wir Preis und Lob und Ehre bringen.
    Du, o Jesu, machtest alles gut.

    Alle unsre Sünden sind vernichtet,
    Droben spricht für uns Dein kostbar Blut.
    Ja, der Gnadenthron ist aufgerichtet,
    Du, o Jesu, machtest alles gut.

    Deine Gnade, Deine Huld wir kennen,
    Weil das Herz in Deiner Liebe ruht.
    Kann auch niemand Deine Fülle nennen,
    Du, o Jesu, machtest alles gut.

    Du gingst hin, die Stätt’ uns zu bereiten,
    Süße Hoffnung stärkt der Pilger Mut,
    Und Dein Geist wird uns hier treu geleiten.
    Du, o Jesu, machtest alles gut.

    Dann, wenn schauend wir Dir Ehre bringen,
    Jeder müde Kämpfer siegreich ruht,
    Werden ewig sel’ge Herzen singen:
    Du, o Jesu, machtest alles gut!

    (Dichter unbekannt, Elberfeld 1858 · Melodie Elberfeld 1853)

    Gelobt sei der Name des Herrn.

  2. Joseph schreibt:

    “Sind wir immer noch so „radikal“?”

    Das ist eine gute Frage. Sieht man sich so um, dann denke ich eher nein. Jesus sagt, wir sollen noch nicht einmal für den nächsten Tag vorsorgen – was schon sehr radikal ist, aber was tun die Leute? Sie denken schon als Jugendliche an ihre spätere Rente und man macht ihnen Angst damit, daß wenn sie nicht immer brav das tun was andere ihnen sagen, sie später keine Rente bekommen werden, oder diese dann sonst sicher keineswegs zum Leben ausreichen wird. Angst bestimmt also das Leben der Menschen und nicht innere Ruhe. Wobei dann aber andere wieder sagen: Etwas finanzieller Rückhalt beruhigt schon sehr.
    Wirklich?
    Jesus sagte aber, man kann nicht zwei Herren dienen und damit meint er, entweder Gott oder dem Mammon (Geld).
    Folge ich nun Jesus als lebendige Seele, dann werde ich um es wirklich richtig machen zu können, die Angst vor Armut, Leid und Tot gänzlich verlieren müssen. Dann ist man aber das, was man geläufig einen Obdachlosen nennt. Oder etwa nicht?
    Ich kenne jemand, der beabsichtigt seit längerem schon, nur noch Jesus zu folgen und man hat ihm deswegen gedroht, ihn in die Psychiatrie zu stecken. Ich habe die Schreiben dazu vom Amt mit meinen eigenen Augen gesehen. D.h. also, wer in unserem christlich orientierten Land wirklich so leben will wie ein Jünger von Jesu, der muß damit rechnen, für verrückt erklärt zu werden. Man muß sich also in der Tat zwischen zwei Herren entscheiden. Denn tut man es nicht, lebt man nach Jesus zwiespältig. Und wenn das so unerheblich für unsere Erlösung wäre, dann hätte es Jesus sicher gar nicht erwähnt.

    “Möchtest Du doch all die Deinen
    Heute noch mit Dir vereinen”

    Ebenfalls eine sehr interessante Aussage, finde ich. Was wäre, wenn alle Menschen auf der Welt, einfach mal wirklich alles stehen und liegen lassen würden? Zu ihrem Nachbarn sagen würden: Du, ich habe es nicht so gemeint, wollen wir uns wieder vertragen? Wenn wirklich alle zum Himmel hochschauen würden und sagen: Du bist unser Vater, bitte erlöse uns jetzt alle auf der Stelle. Würde unser Vater im Himmel dann nein zu seinen Kindern sagen können?
    Ich könnte mir eher vorstellen, daß er dann sagen würde: Endlich, endlich, haben sie es verstanden. Würde dann so eine Art “Entrückung” geschehen, von der in so vielen Blogs inzwischen die Rede ist?
    Denn das Gericht über den Fürst dieser Welt ist nach Jesu Worten schon längst gewesen:
    Johannes 12,31 Jetzt ergeht ein Gericht über diese Welt! Nun wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden;
    Man beachte bitte, die Zeitform in den Sätzen oben: “Jetzt” und “Nun”, heißt es da, und das schon vor über 2000 Jahren.
    Denn Jesus sagt ja bestimmt nicht umsonst, daß er persönlich zum Gericht in diese Welt gekommen ist:
    Johannes 9,39 Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, auf daß die, welche nicht sehen, sehend werden und die, welche sehen, blind werden.

    Da ist der Thron Gottes, da ruft Gott: Kommt doch endlich meine lieben Kinder! Durch den Opfertod des von Ihm gesandten Lammes Jesus Christus wurden uns schon alle unsere Sünden vergeben – schon vor über 2000 Jahren! Jesus winkt uns und zeigt uns den Weg, denn er ist der Weg und die Wahrheit und das Leben. Das Tor zum Paradies steht also weit offen.
    Aber was machen die Menschen. Sie sorgen sich früh in ihrem Leben als Tote, wie Jesus solche Menschen nennt, weiter darum, ob sie später, wenn sie alt sind, ihre Rente auf dem Konto haben. Wird das Geld in 20 oder 30 Jahren wirklich da sein? – Niemand weiß es! Es könnte uns auch ein neuer Weltkrieg ins Haus stehen, uns was dann?
    Was wir als “Anhänger des Weges” bzw. als Christen dringendst brauchen, um überhaupt noch ernst genommen zu werden von der übrigen ungläubigen Welt, aber auch von den Gläubigen, die gar nicht mehr so recht wissen wo sie mit ihrem Christsein überhaupt dran sind, ist die Rückkehr zur Radikalität in positivster Form, so wie Jesus uns sie vorgelebt hat. Ja es stimmt was Johannes sagt: Kinder, es ist die letzte Stunde. Und ich sage, warum sorgt ihr noch für das vor, was in 20 bis 30 Jahren ist. Gott nimmt uns jetzt zu sich, er ist schon da, nur wir Menschen sind immer noch nicht dazu bereit zu erkennen, daß Jesus für uns den Weg durch sein Blutvergießen schon längst frei gemacht hat.
    Alle warten auf die “Entrückung”, darauf, daß Jesus wiederkommt und er uns endlich abholt. Was aber ist, wenn er schon längst da ist und von seiner Wolke ruft: Ich bin ja da, nun kommt doch auch endlich. Seid Ihr denn blind für die Wahrheit?

    Ist das radikal genug?

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