Ende vergangener Woche wurde der ehemalige Despot Libyens, Gaddafi, getötet. Was mich fasziniert hat bei diesem Vorgang, ist das Folgende: Bis vor Kurzem hatte er einen ganzen Staatsapparat um sich herum. Er schien unangreifbar zu sein. Durch sein Amt und die damit verbundene Autorität, die er sich zum Teil widerrechtlich angeeignet hat, war er mehr als eine Person: Er war – menschlicht gesprochen – unangreifbar. Dann aber kam der Augenblick, wo sich das Blatt wendete und er flüchten musste. Jetzt war sein bisheriger Apparat nichts mehr wert. Gaddafi war ein Mensch, der um sein Leben fürchtete. Als er dann am vergangenen Donnerstag vor seinen menschlichen Richtern und Rächern stand – hatte er nichts mehr: nur noch sein Leben. Auf einmal war da kein Despot mehr, keine Autorität, kein Machthaber, nur noch ein (fast) nackter Mensch, ohne Kraft, ohne Einfluss. So starb er.
Am Ende wird kein Mensch mehr irgendetwas vor Gott aufweisen können. Paulus schreibt davon, dass wir alle mit „nichts“ auf diese Erde gekommen sind und genauso auch wieder gehen werden (1. Timotheus 6,7). Wohl dem, der dann Christus auf seiner Seite hat, und zwar als Retter. Denn vor Gott gilt nicht, dass man auf dieser Erde ein hohes Amt innehatte. Vor Ihm zählt nur, ob man sich bekehrt und Jesus Christus als Retter angenommen hat. Sonst steht man vor dem Richter der Welt – völlig entblößt.