"Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer nackt schwimmt", sagte der bekannte amerikanische US-Investor Warren Buffet. Er bezog sich natürlich auf Finanzanlagen und das materielle Getue von manchen Menschen. Mich erinnert es aber auch an das Glaubensleben. Solange es gut geht – im persönlichen Leben – wird nicht sichtbar, in welchem Maß wir wirklich Glauben und Glaubensvertrauen haben. Aber wenn es einmal nicht so gut läuft, wenn Prüfungen in unser Leben kommen, dann wird schon sichtbar, ob echtes Vertrauen vorhanden ist. Es geht nicht darum, dass es für jeden von uns eine gewisse Zeit braucht, um das zu verarbeiten, was auf uns zukommt. Paulus und Silas haben eben auch nicht schon am Nachmittag Loblieder gesungen, als sie gerade in den inneren, besonders gewalttätigen Gefängnisbau in Philippi befördert worden sind (Apg 16). Das Singen kam später. Aber es kam. So wollen wir uns gegenseitig ermutigen, das Vertrauen durch ein Leben mit dem Herrn zu lernen, zu verwirklichen, damit es in schwierigen Zeiten, wo wir es wirklich brauchen, dann auch vorhanden ist. Wenn wir in das Tal des Todesschattens kommen, dürfen wir trauern und weinen. Das ist es nicht, worum es geht. Aber es darf dann das Vertrauen von Hiob und vielen anderen Glaubensmännern und -frauen uns prägen, dass Gott es immer zu unserem Guten ausschlagen lässt.